[Irisches Tagebuch] Die ersten Tage

Veröffentlicht von Jan van den Hurk am

Hallo zusammen!

Für alle, die es nicht wissen: Ich bin jetzt in Irland!
Am 21. September hob mein Flieger vom Großflughafen Weeze/Laarbruch Richtung Irland ab und brachte mich sicher nach Shannon. Praktischerweise wollten meine Eltern zeitgleich auch ihren Urlaub in Irland verbringen, so dass mir deutlich mehr als die 15kg Gepäck + 10kg Handgepäck (Airline: Ryanair) zur Verfügung standen. Ab Shannon ging es dann per Mietwagen Richtung Cork, meiner neuen Studienstadt.
Cork ist mit knapp 125000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Irlands und wird von den Bewohnern auch gerne The Real Capital genannt. Das Zentrum der Stadt, wo sich auch meine Wohnung befindet, liegt auf einer Flußinsel zwischen zwei Armen des Lee. Das nahe Meer sorgt für recht große Unterschiede im Wasserstand des Flusses und hält die Sehnsucht des Seglers in mir wach.
Das Prospekt (eher billiges Faltblatt) zu meinem Apartment hat aber in der Tat nicht zu viel versprochen: 1 Minute bis zur Innenstadt und 15 Minuten bis zur Uni. Dazu sollte man wissen, dass ich im vierten Stock wohne und mit Wohnungstüre zuziehen, Fahrstuhl benutzen und Haustüre öffnen schon eine gute Minute beschäftigt bin 🙂 Glücklicherweise liegt das Haus aber in einer Seitenstraße, so dass es für städtische Verhältnisse schön ruhig ist. Meine Wohnung teile ich mir mit drei Jungs aus Thailand, Singapur und Frankreich.

Einige Worte zum Thema Wetter: Ja, es regnet hier gut und gerne, aber am liebsten regnet es, wenn man seinen Schirm oder seine Regenjacke vergessen hat. Damit herrscht im Prinzip wieder Gleichstand zwischen Aachen und Cork. Bis jetzt habe ich recht wenig schlechtes Wetter erlebt und auch die Abendbekleidung der hippen, jungen Frauen in Cork (knappes Top, High Heels, Minirock) sagt mir, dass es garnicht so schlimm sein kann.
Alle Rasenmäher-Freunde kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten, da aufgrund des sehr milden Winters mit Mindesttemperaturen von 4 – 6 °C von Januar bis November das satte Grün gestutzt werden darf.

Mein irisches Uni-Leben begann mit einem Orientation Day wo sich hervorragend Kontakte zu den anderen „Ausländern“ knüpfen ließen. Mittlerweile ziehen wir mit einer bunten Truppe aus Dänen, Holländern, Franzosen, Italienern, Amerikanern und Deutschen umher. An die Iren ist dagegen schwer ranzukommen, da der Altersunterschied doch mindestens drei Jahre ausmacht und deren Freundeskreis schon gefestigt ist. Mit Kommentaren zu den Vorlesungen möchte ich mich noch ein wenig zurückhalten, aber eine Sache kann man schon mal festhalten. Das Interesse am Studenten und die Servicebereitschaft ist hier deutlich besser als an meiner lieben RWTH. Selbst Verwaltungsangestellte sind hier noch kurz vor Feierabend freundlich und hilfsbereit. Ein wahres Wunder!

Neben den ersten Streifzügen durch die irische Kneipologie (näheres dazu in dem nächsten Newsletter) haben wir zwei Wochenendtrips nach Kinsale und Cobh unternommen. Bei Orte liegen jeweils an einem Naturhafen, wobei Cobh am größeren Hafen liegt, wo unter anderem auch die Titanic zum letzten Mal angelegt hat.
Kinsale ist ein geschichtsträchtiger Ort mit einer alten Burg die schon von den Spanieren genutzt wurde. Nach einer kurzen Wanderung entlang der Küste konnten wir uns dort in den Ruinen umschauen und uns die Sonne (!!!) auf den Pelz braten lassen. Den Sonnenuntergang erlebten wir vor einem kleinen Pub auf der Hafenmauer.

Soviel für den ersten newsletter
Bis dann
Jan


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