Praktikum bei Samsung: Ankunft in Korea

Veröffentlicht von Jan van den Hurk am

So, jetzt bin ich also in Korea. Hm, klingt komisch ist aber so 😉
Am 30.06.2007 ging es ab Köln/Bonn Flughafen nach einem bedrückenden Abschied auf die große Reise. Der erste Zwischenstopp war Amsterdam Schiphol. Wie ich kürzlich erst gelesen hab, ist Schiphol die Bezeichnung für einen Meeresarm oder See und heißt so viel wie „Schiffshölle“. Aber das soll uns ja nicht abhalten.

Das Fluggerät ist eine etwas in die Jahre gekommene Fokker 50, aber trotz des ungewöhnlichen Lärms ist es ein ruhiger Flug und ich erreiche Amsterdam ohne Probleme. Meine Umsteigezeit ist dann auch reichlich bemessen und ich schlendere entlang der Glasfassade Richtung Flugsteig F. Abflug ist um 18:35 da bleibt noch reichlich Zeit die üblichen Flugzeugbilder zu schießen. Meine Boeing 747 hört diesmal auf den Namen Beijing (Peking) und ist total ausgebucht. Ich erinnere mich, dass im September 2006 die Maschine auf den Namen „City of Tokio“ getauft war und schmunzle ein wenig über diese Kombination angesichts der japanisch-koreanischen Vorgeschichte.

Obwohl der Internet-Check-in nicht funktioniert hat und ich deshalb mit den Entschuldigungen und besten Wünschen der Telefon-Hotline drei Stunden vor Abflug in Köln/Bonn war, hatte man mir automatisch einen Fensterplatz reserviert. Glück gehabt! Ich bin ja der Meinung, dass es deutlich besser ist, die anderen beim Schlafen zu stören, als eventuell eine Kinderblase neben sich sitzen zu haben, die dann halbstündlich zum Klo rennt.

So, 10 Stunden Flug im Zeitraffer:
Essen („Pasta or Chicken“) mit je einer Tube scharfer Chilipaste – Gochujang (고추장). Hm, wie passt das zusammen?
Mein Nachbar (Koreaner) kann in jeder Lage schlafen, liefert sich aber mit mir einen Kampf um die Armlehne.
Die Crew lässt das Licht etwas zu lange brennen, aber ich kann trotzdem schlafen. Frühstück – aus Danones Produktportfolio zusammengestellt.
12:00 Uhr Ortszeit – Landung auf Incheon International Airport nahe Seoul.

Wie üblich stellt man sich erst mal bei der Grenzkontrolle an und harrt der Dinge die da kommen. Ich möchte kurz anmerken, dass ich bis jetzt noch keinen Grenzbeamten hab Englisch sprechen hören, aber das wird an der Grenze wohl auch überschätzt. 😉
Ein wenig Sorgen bereitet mir die Tatsache, dass ich als Deutscher zwar 90 Tage in Korea ohne Visum bleiben darf (das Arbeitsvisum wird nachträglich beantragt), aber mein Aufenthalt wohl gut 92 Tage dauern wird. Aber warten wir mal ab, was mir die gute Grenzbeamtin in den Pass stempelt. Überraschung: Ich darf offiziell bis zum 1. Oktober bleiben (mein Abflug ist am 30. September), also kein Problem.

Mit meinem Koffer mach ich mich dann auf den Weg Richtung Ausgang, wo ein Fahrer mit dem Schild „Yan van denHurk“ auf mich wartet. Die Sprachbarriere scheint nicht unerheblich zu sein und so genieße ich die Fahrt schweigend. Von Incheon aus geht es in einer Stunde Richtung Yongin, einer Stadt südlich von Seoul. Genauer gesagt geht es nach Giheung, einem Bezirk von Yongin.

Die Fahrt endet vor einem Hochhauskomplex und nach ein paar Telefonanrufen durch den Fahrer erscheint mein chinesischer Betreuer Xiao Zhang aus der Personalabteilung und zeigt mir mein neues zu Hause. Eines vorweg: Ich bin am Ar*** der Welt. In einiger Entfernung liegt eine Nationalstraße, direkt vor der Tür ein paar kleinere Läden, Hausgerippe am Straßenrand (Brauchten die die Fenster irgendwo anders? Die Inneneinrichtung steht nämlich noch zum größten Teil …), das war’s. Keine sichtbare Stadt oder Einkaufsstraße nur das Samsung Werk auf dem Hügel im Rücken meines Apartment-Blocks. Das Wohnheim besteht aus insgesamt drei Hochhäusern (mein Hochhaus hat 12 Stockwerke) und ist das Männerwohnheim für Samsung Mitarbeiter. Gibt es bei Samsung keine Frauen?

Xiao zeigt mir dann mein neues Reich. Ein ganzes Apartment für mich alleine. Wohnzimmer mit angrenzender Küche, drei Schlafzimmer, ein Bad, ein separates WC. Fernseher, Kühlschrank, Mikrowelle, Waschmaschine und rudimentäre Küchenausstattung inklusive. Zur Zeit bin ich der einzige Bewohner und das soll sich laut Xiao vorerst auch nicht ändern. Weiterhin erklärt er mir, dass das wohl der Standard für internationale Praktikanten sei. Die Koreaner bevorzugen eher das Jugendherbergszimmer im Kasernenstil mit vier Betten und der Dusche auf dem Flur. Naja, da nehm ich doch lieber mein Apartment, auch wenn ich gerne ein oder zwei Mitbewohner gehabt hätte. Anschließend geht es Richtung Kantine und Sozialräume. Die haben sogar eigene Karaokeräume …

Einen kleinen Nachteil hat das Wohnheim: Kein Internet-Anschluss. Aber die Leuchtreklame, die in mein Wohnzimmer scheint, verspricht mir eine Spielhölle mit Internet-Anschluss. Vorher noch einen kurzen Abstecher in die Kantine und am späten Abend noch zwei Telefongespräche mit Inke und meinem Vater.

Übrigens: Meine Telefonnummer lautet 0082 31 209 8788 😉


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.