Jagd im Supermarkt

Veröffentlicht von Jan van den Hurk am

Nun, ich erwähnte ja bereits, dass es sich bei meinem „Ausflug“ nach Korea um ein Abenteuer handelt. Insbesondere die fremde Sprache und die (bis jetzt) unlesbare Schrift behindern meine vollständige Teilnahme am koreanischen Leben. Am Sonntag bin ich diese Problematik mal angegangen und habe mich auf die Suche nach einem Supermarkt gemacht. Wie ich per Google Earth feststellen musste lebe ich am Ende der Welt, weit ab der Zivilisation. Hier gibt es nur das Samsung Werk, mein Wohnheim und die Straße, die hierhin führt. Zumindest so ungefähr. Meine strategische Fahndung per Google Earth hat aber auch ergeben, dass in zwei Kilometer Entfernung (Luftlinie) ein großes Gebäude zwischen vielen kleinen Gebäuden steht, dass bei mir den Verdacht regt, dass es sich um ein Kaufhaus handeln könnte. Nun denn, den Rucksack auf die Schultern, das GPS justiert (man will ja auch wieder zurück finden) und auf geht die Wanderschaft.
Mein Weg führt mich über die Zukunft zum Werksgelände hinweg, durch die wilde Bebauung Koreas hindurch auf die Hauptstraße an der auch das große Gebäude liegen soll. Und tatsächlich. Nach 3 km Fußmarsch bei Sonnenschein, 30 °C und 65% Luftfeuchtigkeit stehen ich vor der Parkhauseinfahrt des mutmaßlichen Kaufhauses. Ein vorsichtiger Blick um die Ecke und ich kann mein Glück kaum fassen. Es ist ein Supermarkt mit Kaufhaus! Endlich weiß ich, wo ich meine Millionen unterbringen kann.
Die Jagd beginnt. Wie erwartet kann ich 98% der Beschriftungen (inklusive Hinweisschilder) nicht lesen. Beim Obst und Eiern ist das noch kein Problem. Kritisch wird es bei Mehl, Öl und anderen Dingen des Alltags. Naja, Gott sei Dank sehen die Packungen nicht so anders als in Europa aus, aber ich bereite mich doch auf eine Überraschung vor. Die Kassiererin erkennt mich dann gleich als Ausländer und geht die ganze Prozedur auf Englisch mit mir durch.
Es sei hier noch angemerkt, dass Einkaufen in Korea am Sonntag kein Vergnügen, sondern eher ein Happening darstellt. Die Lautsprecheranlage gibt ihr letztes mit basslastiger Gute-Laune-Musik in der Dauerschleife und die Verkäufer (ausnahmsweise den Kunden mal zahlenmäßig unterlegen) werben wie Marktschreier an ihren Ständen um Käufer. Die pure Party! An jeder Regalreihe steht dann auch noch je eine Verkäuferin mit einem kleinen Grill und bietet Pröbchen an. Nein danke, das ist hier alles viel zu teuer. Gerade beim Obst merkt man, dass der Süden Koreas faktisch eine Insel ist.
Bilder zu meiner Einkaufsjagd findet ihr in meiner Galerie: Fotogalerie: Einkaufsjagd
Einkaufsbeute
Hier noch ein Bild von meiner Beute.


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