RWTH CampusBahn – CDU ist dabei

Veröffentlicht von Jan van den Hurk am

Wie am 12. November 2008 in den Onlineausgaben der Aachener Nachrichten und der Aachener Zeitung zu lesen war, unterstützt der CDU-OB-Kandidat Marcel Philipp augenscheinlich einen Ratsantrag der Grünen. In diesem Ratsantrag beauftragen die Grünen die Aachener Verwaltung mit einer Machbarkeitsstudie bezüglich einer schienengebundenen Verbindung zwischen dem Klinikum und den RWTH Gebäuden in der Innenstadt. Da hat die interfraktionelle Abstimmung ja schon mal geklappt.
Wie in der Aachener Presse außerdem zu lesen ist, schlägt der CDU-Mann „eine Art Hochbahn“ à la Dortmund vor. Ich fühle mich geschmeichelt. 🙂 Weiterhin soll dieses Light-Rail-System möglichst gut mit der Euregiobahn verknüpft werden. Schön!
Denkt man nun etwas weiter, dann ist gerade der Punkt „Verknüpfung“ so eine Sache. Der Aufbau einer Hochbahn bedeutet immer, dass die Benutzer umsteigen müssen. Denn eine Verlängerung Richtung Außenbezirke oder Innenstadt steht wohl außer Frage, angesichts der optischen Nachteile. Schließlich will sich ja keiner im ersten Stock in die Fenster schauen lassen, wie schon in den siebzigern in der Stadt Erlangen entschieden wurde. Eine H-Bahn bliebe also eine Insellösung, die auf den Campus begrenzt bliebe.
Folgende Alternative wäre in meinen Augen daher attraktiv: Eine Stadtbahn!
Altgediente Aachener werden sich an eine Initiative „Stadtbahn – jetzt!“ erinnern, die in den 90er-Jahren den Vorschlag unterstützte eine verknüpftes System aus Straßenbahn und Regionalbahn zu schaffen. Diese Bahn könnte nicht nur auf dem Campusgelände, sondern auch in der Innenstadt und den Außenbezirken Aachens fahren. Ein ebensolches System wurde erstmals in Karsruhe realisiert und fand viele erfolgreiche Nachahmer. In letzter Zeit sind hier insbesondere französische Städte sehr aktiv und krempeln ihren ÖPNV um. Diese Bahnen haben nichts mehr mit den rumpelnden und quietschenden Ungetümen zu tun, wie man sie aus grauer Vorzeit noch kennt. Und auch der Fahrkomfort scheint die Fahrgäste zu überzeugen, denn wie die obigen Beispiele gezeigt haben, stieg die Fahrgästenzahl einer Linie bei einer Umstellung von Bus auf Bahn um durchschnittlich 20%.

Ein Citadis 302 am Place de la Bourse

Ein Citadis 302 am Place de la Bourse

Das Beispiel Bordeaux zeigt, dass ein erfolgreiches Stadtbahnsystem sich auch harmonisch in ein schützenswertes, historisches Stadtbild einfügen kann. Gleichzeitig vermindern die elektrisch angetriebenen Fahrzeugen den Schadstoffausstoff in der Innenstadt und ermuntern Autofahrer zum Umsteigen. Angesichts der drohenden Umweltzone in Aachen eine Vorteil, den man meiner Meinung nach nutzen sollte. Schluss wäre dann auch mit der elendigen Schaukelei und Ruckelei in den Gelenkbussen. Manchmal frage ich mich, wie schwächere Leute sich dort eigentlich auf den Beinen oder in den Sitzen halten.

Straßenbahn auf schallschluckendem Rasengleis

Straßenbahn auf schallschluckendem Rasengleis

Eine schnelle Stadtbahn lebt von eigenen Trassen. Das ist sicherlich nicht auf allen Strecken möglich. Schaut man sich aber die Auslastung der AVV Busse im Stadtgebiet an, so liegen diese Strecken größtenteils auf den breiten Hauptverkehrsstraßen. Straßen, die bereits über Busspuren verfügen oder breit genug sind, um Straßenbahnstrecken aufzunehmen. Selbst auf dem schönen Alleenring wäre eine Trennung von Straßenverkehr und Stadtbahn möglich. Ein Rasengleis, wie es das Bild zeigt, passt sich gut dem bestehenden Aussehen an und wirkt darüberhinaus sogar ein wenig schallschluckend.
Außerhalb der Stadt könnte man auf das Netz der DB oder der Euregiobahn zurückgreifen und so z.B. auch die angedachte Stichstrecke über Aachen Nord in Richtung Elisenbrunnen auf elegante Art und Weise realisieren.

Sollte eine RWTH CampusBahn tatsächlich Realität werden, darf man auf eine attraktive Verknüpfung mit dem restlichen ÖPNV nicht verzichten. Egal ob die CampusBahn Anfangspunkt oder Bestandteil eines Gesamtnetzes wird, eine Straßenbahn bzw. Stadtbahn wäre in diesem Zusammenhang die realistische Option.


1 Kommentar

www.jvdh.de » Blog Archive » Bürgerinformation zum Campus Melaten - Verkehrskonzept · 26.02.2009 um 12:03

[…] die ab dem Bushof alle RWTH-Bereiche miteinander verbinden könnte. Siehe dazu auch einen älteren Artikel aus meinem […]

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