Bürgerinformation zum Campus Melaten – Verkehrskonzept

Veröffentlicht von Jan van den Hurk am

Am 25. Februar 2009 fand eine Bürgerinformationsveranstaltung der Verwaltung der Stadt Aachen im AH IV statt. Die Veranstaltung war so gut besucht, dass nicht alle Interessierten einen Platz im Hörsaal (Laut RWTH: 278 Sitzplätze) finden konnten. Die Aula 2 stand zu dem Zeitpunkt leider nicht zur Verfügung.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden die wesentlichen Inhalte eines Verkehrsgutachtens zum Campus Melaten vorgestellt. Inbesondere wurden die möglichen Auswirkungen auf den Verkehr auf der Hörn dargelegt und Veränderungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Laut dem Gutachten ist grundsätzlich von einer Zunahme des Verkehrs auf der Hörn auszugehen. Und wie sich bei der Gegenüberstellung verschiedener Planungsvarianten zeigte, können Veränderungen im Straßennetz der Hörn den Verkehr nur innerhalb der Hörn verlagern, aber nicht aus den Wohngebieten heraushalten. Es wurde zum Ende der Veranstaltung deutlich, dass es scheinbar zur Zeit keine ansprechende Alternativroute zwischen Innenstadt und Melaten gibt, die für Entlastung sorgen könnte.
Es erscheint mir daher sinnvoll, wenn sich die Anwohnern in ihren Diskussionen weniger auf Maßnahmen auf der Hörn selbst konzentrieren. Das Verkehrsgutachten zeigt in meinen Augen eindeutig, dass der Verkehr auf diese Art und Weise nur innerhalb der Hörn verschoben werden kann. Eine Verringerung der Verkehrsbelastung ist so nicht möglich.
Während ich die Bürgerinformation so verfolgte, gibt es wohl nur zwei gangbare Wege, um die verkehrlichen Auswirkungen des Campus Melaten auf die Wohngebiete auf der Hörn zu reduzieren:
1. Alternativroute: Innenstadt – Campus Melaten
Derzeit verläuft die kürzeste Verbindung zwischen Innenstadt und Melaten über den Seffenter Weg. Selbst wenn man diesen sperren würde, würde der Verkehr durch das Hörngebiet Richtung Melaten fahren. Als Lösung müsste eine attraktive Alternativroute her, wie sie die Süsterfeldstraße zur Zeit scheinbar nicht liefern kann. Eine greifbare Lösung ist die eh geplante Straße auf dem Campus Westbahnhof, die mit einer Schleife im Pariser Ring münden soll. Von dort aus wäre dann auch der Campus Melaten erreichbar. Denkbar wäre auch eine Kombination mit der angedachten Fahrradbrücke über die Bahngleise. Diese Wegführung würde die Strecke zwischen Innenstadt und Melaten nochmal verkürzen.
2. Verlagerung des Verkehrs auf den ÖPNV
Das Verkehrsgutachten zeigte am Rande auch die benutzten Verkehrsmittel auf der Hörn. Dabei fiel auf, dass 70% aller Fahrten mit dem so genannten motorisierten Individualverkehr (MIV: Pkw, Motorrad, …) abgewickelt werden. Vielleicht reicht eine Verlagerung von 10-20%, um eine spürbare Verbesserung auf der Hörn zu bewirken. Das wären dann 2800-5600 Wege, die nicht mit dem Auto zurückgelegt werden würden. Die Verwaltung hofft in diesem Zusammenhang auf die Einführung eine Job-Tickets für die RWTH und eine Optimierung des Busnetzes. Einen genauen Plan gibt es aber scheinbar noch nicht.
Fleißige Leser meines Blogs wissen, dass ich einen Ausbau des ÖPNV begrüße. Eine schnelle Anbindung des Campus Melaten an die Innenstadt kann in meinen Augen einen guten Teil dazu beitragen, um die sich abzeichnenden Probleme auf der Hörn zu lösen. An dieser Stelle daher wieder das Stichwort „moderne Straßenbahn“, die ab dem Bushof alle RWTH-Bereiche miteinander verbinden könnte. Siehe dazu auch einen älteren Artikel aus meinem Blog.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Verkehrsplanung weiter entwickelt. Die Verwaltung und die Politik müssen aber angesichts der Bedenken der Bürger darauf acht geben, dass die Stimmung nicht kippt und sich gegen den Campus „an sich“ wendet.


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