Marcel Philipp wünscht sich eine H-Bahn für Aachen

Veröffentlicht von Jan van den Hurk am

Das hat man davon, wenn man die CDU einmal lobt. Nachdem die CDU den Grünen hinterhertrottet und vernünftigerweise eine RWTH CampusBahn fordert, kommt jetzt der nächste Paukenschlag. Auf der Website des CDU-Bürgermeisterkandidaten findet sich eine Rubrik neue Verkehrstechnik mit dem Vorschlag fünf H-Bahn-Linien auch durch die Innenstadt zu führen. Die H-Bahn würde die Straßen nicht noch weiter verstopfen und man könnte die Technik-Kompetenz der Stadt herausstellen.
Nun Herr Philipp erklären Sie das bitte mal den Anwohnern der ersten und zweiten Etage, die dann alle fünf bis zehn Minuten einen Einblick in ihr Privatleben geben müssten. Schon die Planungen der Stadt Erlangen in den 70er Jahren haben gezeigt, dass eine H-Bahn auf zwei wesentliche Widerstände im innerstädtischen Bereich stößt:
1. Beeinträchtigung der Privatsphäre (s. oben).
2. Verbauung von Sichtachsen.
Gerade der zweite Punkt ist ein unlösbares Problem der H-Bahn. Der recht wuchtige Träger ist immer im Weg und gerade über Kreuzungen ist ein wahres Gewirr an Trägern nötig, um in alle nötigen Richtungen abbiegen zu können.
Ich bleibe daher dabei: Eine Straßenbahn für Aachen ist sinnvoller. Die kann zur Not auch ohne Oberleitung im Batteriebetrieb Kreuzungen oder andere wertvolle Orte durchfahren (Theater, Elisenbrunnen, …) und man bekommt auch keine Probleme mit der Privatsphäre. Weiterhin muss man keine Treppen hochlaufen oder mit dem Aufzug fahren, um zur Haltestelle zu kommen. Bei der Straßenbahn genügen kleine Rampen und schon kann man einsteigen. Darüberhinaus muss ein letztes Märchen unbedingt verschwinden: Nicht der ÖPNV verstopft die Straßen sondern der Pkw-Verkehr!


2 Kommentare

Torsten Kammer · 27.02.2009 um 17:36

Nicht zu vergessen dabei: Eine Straßenbahn kann auch mit der Euregiobahn (deren Anbindung an die Innenstadt doch eher mangelhaft ist) verknüpft werden, was das Karlsruher Modell ja schon länger vormacht. Mit der H-Bahn ist eine solche Integration hingegen, gelinde gesagt, schwierig. Dazu wird man durch ein solches System auch sehr effektiv an einen einzigen Anbieter für Fahrzeuge und andere Systembestandteile gebunden, und zu guter letzt ist eine Straßenbahn einfach ein erprobteres Verkehrsmittel als die erwähnten tollen Sachen, die sich RWTH-Forscher gerade ausdenken.

Kai · 27.03.2009 um 20:40

Und der Templergraben wird dann doch Fußgängerzone? 🙂

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