Campusbahn Aachen: Bürgerentscheid am 10. März

Veröffentlicht von Jan van den Hurk am

Campusbahn Einstiegskonzept mit Haltestellen und Haltestellennamen.  (Grafik TEMA AG, Kartengrundlage © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA)

Am 10. März 2013 entscheiden die Aachener Bürger über die Weiterentwicklung des hiesigen öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Der ÖPNV in Aachen wird durch ein Busnetz und regionale Bahnstrecken getragen und befördert aktuell über 65 Mio. Fahrgäste. Nicht zuletzt durch ein geändertes Mobilitätsverhalten konnte die Fahrgästezahl seit 1999 um über 12% gesteigert werden. Dieser erfreuliche Trend hat allerdings auch seine Schattenseiten. Die stetig wachsende Busflotte verursacht immer höhere Treibstoffkosten und verschlechtert die Luft- und Lärmsituation insbesondere in der Innenstadt. Am gravierendsten ist allerdings die Tatsache, dass sich die Busse auf den am stärksten ausgelasteten Strecken des Aachener Netzes bereits gegenseitig behindern und die zusätzlichen Fahrgäste nicht durch weitere Fahrzeuge aufgefangen werden können. In der Praxis führt dies dazu, dass in den Hauptverkehrszeiten trotz des Einsatzes von Doppelgelenkbussen Fahrgäste wegen Überfüllung der Fahrzeuge an den Haltestellen stehen bleiben und auf den nächsten Bus warten müssen. Doch nicht nur die persönliche Reisezeit verlängert sich durch zusätzliche Wartezeiten, auch der Fahrplan ist bei einer solchen Überlastung nicht mehr zu halten, da das Ein- und Aussteigen deutlich mehr Zeit als geplant benötigt.

Zur Verbesserung der Qualität im Aachener ÖPNV soll eine Stadtbahn als neues Rückgrat des städtischen Verkehrssystems eingeführt werden. Der erste Schritt soll dabei die sogenannte Campusbahn von Aachen-Brand über die Innenstadt zum Universitätsklinikum sein. Diese Stadtbahnlinie verläuft entlang der aktuell am stärksten belasteten Strecke und kann die dort bestehenden Probleme lösen sowie Kapazitäten für die Zukunft bereitstellen.

Mit der Einführung der Campusbahn sind weitere Verbesserungen absehbar:
– Mehr Fahrgäste durch höheren Fahrkomfort, keine Schaukelei in Bussen auf holprigen Straßen
– Kürzere Fahrzeiten: Statt 44 – 55 Minuten nur noch 34 Minuten von Brand bis Uniklinik
– Alternative Energieversorgung: Geringere Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen
– Geringere Lärmbelastung der Anwohner
– Die Stadtbahn ermöglicht immer einen barrierefreien Zugang
– Mitnutzung der Infrastruktur zum Aufladen von Elektrofahrzeugen
– Grundstein für weitere Stadtbahnlinien

Natürlich sind diese notwendigen Verbesserungen nicht zum Nulltarif zu bekommen, aber Bund und Land fördern einen Großteil der Investitionskosten mit 90%, so dass die Stadt nur noch 4 bis 6,5 Mio. € jährlich finanzieren muss. Dies sind gerade einmal etwa 1% des aktuellen Aachener Haushalts. Oder anderes gesprochen: Wenn man die Kosten auf alle Aachener umlegen würde, wären das pro Kopf nur 1,30 bis 2,15 € pro Monat. Vielfach trifft man auf die Befürchtung, dass die Campusbahn deutlich teurer werden könnte. Ein von der Industrie- und Handelskammer in Auftrag gegebenes Gutachten kam jedoch zu dem Schluss, dass die Kalkulation auch bei möglichen Unwägbarkeiten sehr solide ist. Außerdem spricht vieles dafür, dass die Bauarbeiten und Anschaffungen im Plan bleiben werden. Die Fahrzeuge (auch mit Akku) gibt es von der Stange und haben Listenpreise. Für die Planung wurden Zahlen von abgeschlossenen Projekten verwendet in denen mögliche Kostensteigerungen bereits enthalten waren. Man muss sich vor Augen halten, dass alle geplanten Bauarbeiten Standard sind und die Stadtverwaltung in der Vergangenheit bewiesen hat, dass sie diese korrekt kalkulieren und ausführen kann. Beispielsweise wurden von 2009 bis Ende 2010/Anfang 2011 in Aachen im Rahmen des Konjunkturpakets II Straßenbauarbeiten in Höhe von 27 Mio. € durchgeführt. Der Abschlussbericht kam zu dem Schluss, dass bei den Arbeiten insgesamt keine Mehrkosten entstanden sind.

Mein persönliches Fazit lautet daher, dass eine Stadtbahn die sinnvollste Lösung für Aachens Verkehrsprobleme ist. Schon jetzt läuft der Busverkehr nicht optimal, ist darüber hinaus auch noch relativ teuer (Treibstoffkosten) und belastet die Anwohner mit Lärm und Abgasen. Eine Lösung dieser Probleme kostet auf jeden Fall Geld. Mehr Busse müssen beschafft und auch von Menschen gefahren werden, alternative Treibstoffe und Antriebe, die umweltschonender sind, kosten ebenfalls Geld. Aber durch all diese Maßnahmen schafft man es nicht, dass wesentlich mehr Menschen mit Bus und Bahn fahren können. Das dies dringend nötig ist, zeigen die steigenden Mobilitätskosten beim Auto. Nicht jeder wird sich zukünftig den vollen Tank leisten können. Daher muss eine Stadt einen funktionierenden ÖPNV als Alternative anbieten, um ein bezahlbares Leben in der Stadt zu ermöglichen. Dies wird in Aachen nur mit einem neuen Rückgrat des städtischen Verkehrssystems erreichen können – mit der Campusbahn.

Weitere ausführliche Informationen und Antworten unter:
www.campusbahn.de
www.spd-aachen.de/html/31776/welcome/-Campusbahn.html

 


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