Massiver Unterichtsausfall an Aachener Schulen trotz Unterichtsgarantie der Landesregierung

Der Personalmangel an den Schulen des Landes NRW führt zu einem Ausfall von Millionen Unterrichtsstunden. Dies musste die Landesregierung in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Fraktion eingestehen. Für die Stadt Aachen zeigen die Zahlen, dass insbesondere die Kinder und Jugendlichen an den Haupt-, Real- und Gesamtschulen die Leidtragenden sind. Im Durchschnitt fielen an den Aachener Haupt- und Realschulen jeweils knapp 7 % der Unterrichtsstunden ersatzlos aus, an den Gesamtschulen waren es rund 7,5 %. Die Ausfallrate ist an den Gymnasien (3,7 %) und Grundschulen (2,5 %) zwar nicht ganz so dramatisch, aber immer noch inakzeptabel, zumal sich auch hier bei diesen Schultypen in Einzelfällen deutlich höhere Werte zeigen. Insgesamt sind in NRW im Schuljahr 2018/2019 etwa 3,3 Millionen Unterrichtsstunden ausgefallen. Für das Schuljahr 2019/2020 liegen die Daten aufgrund der Corona-Pandemie nur unvollständig vor.

Renate Wallraff und Jan van den Hurk, die für die SPD in den Aachener Wahlkreisen kandidieren, fordern daher deutlich mehr Personal für die Schulen. Gemeinsam betonen sie, dass sich die Lage in den zwei Schuljahren unter Corona Bedingungen zwar noch einmal verschärft habe, das Grundübel sei aber die Unterfinanzierung des Schulbildungssystems. Im Verantwortungsbereich der Schulministerin führe das zu dem fatalen Mangel an pädagogischem Personal. „Die Schwarz-Gelbe Landesregierung war mit einer Unterrichtsgarantie angetreten, mit diesem Versprechen ist sie kläglich gescheitert“; sagt Landtagskandidat für den Wahlkreis Aachen I Jan van den Hurk. Renate Wallraff, SPD-Kandidatin für den Wahlkreis Aachen II, ergänzt: „So darf es nicht weitergehen. Es reicht eben nicht, nur Daten zum Unterrichtsausfall zu sammeln. Endlich muss gehandelt werden.“

Daher macht sich die SPD für die Einführung der Entgeltstufe A13 als gleiches Einstiegsgehalt für Lehrkräfte aller Schulformen stark. „Eine Grundschullehrerin verdient aktuell zum Berufseinstieg etwa 640 Euro weniger pro Monat als ihre Kollegin am Gymnasium. Das ist ungerecht und macht andere Schulformen im Vergleich zu Gymnasien unattraktiv“, sagt Jan van den Hurk. Die Regierung in Düsseldorf lehnt den Vorstoß für eine Anpassung der Gehälter bislang allerdings ab. „Wir werben für einen echten Neustart in der Bildungspolitik von Nordrhein-Westfalen“, so Renate Wallraff. „Wir müssen das System neu aufstellen. Davon profitieren die Schülerinnen und Schüler auch hier vor Ort.“

Die beiden Aachener Kandidierenden wollen dem Missstand mit drei konkreten Vorschlägen begegnen. Neben einer massiven Personaloffensive gehöre dazu auch eine Überprüfung der Bildungsinhalte durch eine Expertenkommission sowie ein New Deal für eine zukunftssichere Finanzierung des Bildungssystems. Es brauche neue Verabredungen darüber, welchen Beitrag die verschiedenen Ebenen – und auch der Bund – dauerhaft für die Bildung in unserem Land leisten sollen.