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Campusbahn-Stimme auf ebay zu kaufen

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Keine Scherze mit unserer Demokratie! Dafür haben unsere Vorväter teilweise mit ihrem Leben bezahlt. Das Angebot einer Campusbahn-Stimme auf ebay ist nun wirklich kein Spaß mehr und darüber hinaus auch nach §108b StGB als Wählerbestechung strafbar. Ich kann da echt nur den Kopf schütteln.

Link:
www.ebay.de/itm/Campusbahn-Pro-Stimme-fur-Entscheid-am-10-Marz-2013-in-Aachen-abzugeben-/321085397076
www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/campusbahn-18600-aachener-haben-schon-abgestimmt-1.534176

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Campusbahn: Soll ich’s wirklich machen oder lass ich’s lieber sein?

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Eines ist klar: Am Tag des Ratsbürgerentscheid, Sonntag 10. März 2013, wird die Antwort „Jein“ nicht zur Verfügung stehen. Der Rat der Stadt Aachen hat sich im Dezember mit sehr großer Mehrheit für den Bau einer Stadtbahn in Aachen ausgesprochen und gleichzeitig den Weg frei gemacht für einen sogenannten Ratsbürgerentscheid. Wir Bürger von Aachen von Aachen haben einmalig ein Stückchen von der von uns per Wahl vergeben Macht zurückbekommen und sollen über die Campusbahn entscheiden. Sind Sie für den Bau der Campusbahn? Ja oder Nein!

Nach einer nahezu wahnwitzigen Recherche, endlosen Diskussionen im Internet und anderswo und vielen Gesprächen mit Befürwortern, „Gegnern“, anderen Interessierten und offiziell Verantwortlichen habe ich mich dazu entschlossen mit „JA“ zu stimmen. Denn hinter dem Ratsbürgerentscheid steckt mehr als die simple Frage nach der Einführung einer Stadtbahnlinie. Wir wahlberechtigten Bürger müssen darüber entscheiden welche Richtung Aachens ÖPNV einschlagen soll und wir haben jetzt die Verantwortung uns für die Lösung zu entscheiden, die den Anforderungen Aachens in vielen unterschiedlichen Punkten am ehesten gerecht wird.

Ich möchte kurz die wichtigsten Rahmenbedingungen und Probleme skizzieren:

  1. In Aachen muss der ÖPNV ausgebaut werden.
    Seit beinah drei Jahrzehnten steigen die Fahrgastzahlen in Aachen nahezu ununterbrochen an. Derzeit fahren im Jahr 66 Mio. Menschen mit der ASEAG und das Ende Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Aller Orten liest man vom sich ändernden Mobilitätsverhalten der Menschen vor allen Dingen bei jungen und alten Menschen. Die eine Gruppe plant ganz vorurteilsfrei und sachlich wie sie am besten von A nach B kommt und wählt dann das optimale Verkehrsmittel aus und die andere Gruppe kann irgendwann nicht mehr am Steuer eines Autos sitzen oder kann sich kein Auto mehr leisten.
    Die jetzt schon vorhandenen Kapazitätsengpässe auf den Hauptachsen des Aachener ÖPNV werden sich also aller Voraussicht nach verschärfen und es besteht hier und heute Handlungsbedarf. Leider ist es nicht mit ein paar mehr Bussen getan, da stellenweise bereits so viele Busse unterwegs sind, dass diese sich gegenseitig blockieren. Aachen muss also den nächsten Schritt wagen und ein leistungsfähigeres System einführen.
  2. Umweltschutz – Lärm und Schadstoffe in der InnenstadtDie Auflagen im Bereich Umweltschutz werden Jahr für Jahr schärfer. Die EU gibt immer niedrigere Grenzwerte für Lärm und Schadstoffe vor und zwingt die städtischen Verantwortlichen tätig zu werden. Die Lärmkartierung hat gezeigt, dass der steigende Verkehr in Aachens Straßen immer mehr zu einer Belastung wird. Bei den Luftschadstoffen senkt sich langsam das Ungeheuer „Umweltzone“ über die Stadt und nur mit viel Kreativität konnte die Einführung von schmerzhaften Zwangsmaßnahme, die den Pkw-Verkehr in der Innenstadt reduzieren, verhindert werden. Auch beim Dauerbrenner CO2 kann sich Aachen nicht vor seinem Anteil an der globalen Verantwortung drücken und die Endlichkeit der fossilen Treibstoffe wird uns so oder so zum handeln zwingen.
  3. Stadtentwicklung
    Aachen steht unbestreitbar im Wettbewerb der Städte. Die große Mobilität der Menschen macht sich auch hier bemerkbar, wenn der ein oder andere ohne langes Zögern seine Heimat verlässt und sich nach einem Ort umschaut, der die besten Chancen bietet. Bei so einem Ortswechsel werden natürlich viele Faktoren herangezogen, aber ein Faktor ist sicherlich die Frage, wie einfach ich meinen Mobilitätsbedarf umsetzen kann. Ein guter Nahverkehr kann hier ein entscheidender Punkt sein, wenn er denn eine hohe Qualität aufweist.
  4. Finanzen
    Nichts auf der Welt ist umsonst und so muss auch die Stadt ein Auge aufs Geld haben. Die entscheidende Frage ist aber wofür das Geld ausgegeben wird und wie man seine Prioritäten setzt. Es gibt bestimmte Dinge, die kann man ruhigen Gewissens als Luxuriös bezeichnen, aber eine funktionierende Infrastruktur, und dazu gehört der ÖPNV, muss unbedingt die vorderen Plätze belegen.
  5. Teilhabe und Teilnahme für alle
    Die sozialen Gräben laufen mittlerweile quer durch unsere Gesellschaft – heute noch in der Spitzengruppe und morgen schon bei den Schlusslichtern. Oder man ist von Geburt an nur das fünfte Rad am Wagen. Eine lebenswerte Stadt ist auf den Zusammenhalt seiner Bürger angewiesen und muss dafür Sorge tragen, dass diese sich unabhängig von Stand oder Hintergrund begegnen können. Eine Aufspaltung zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen kann und darf sich Aachen nicht leisten.

Ein leistungsfähiger ÖPNV muss sich mindestens an diesen Punkten messen lassen und die Gremien der Stadt Aachen haben sich in den letzten fünf Jahren intensiv um eine optimale Lösung bemüht. Es wurden 17 verschiedene Verkehrsmittel verglichen, die Vor- und Nachteile abgewogen, die Kosten ermittelt und am Ende stellte sich zur Überraschung so einiger Menschen heraus, dass eine Stadtbahn für Aachen genau die richtige Lösung ist. Ohne Frage mit 4,04 bis 6,36 Mio. € jährlich eine kostspielige Investition, aber alle anderen Alternativen können nicht annähernd so vollständig auf die von mir skizzierten Fragestellungen eine Antwort geben wie ein Stadtbahnsystem.

Ein ausgebautes Busnetz mit eigenen Spuren von Brand bis zur Uniklinik schlägt laut ASEAG auch mit 4,3 Mio. € jährlich zu Buche, hilft weder beim Umweltschutz noch bei der Barrierefreiheit und ist auch sonst nicht sonderlich attraktiv. Busse mit alternativen Antrieben sind ein wichtiger aber teurer Schritt beim Umweltschutz und bieten auch keine Antwort auf die Engpässe im Busbetrieb. Es würden immer noch Fahrgäste an den Haltestellen stehen bleiben müssen und die vollen Busse an sich vorbei ziehen lassen. Bei der Entscheidung muss daher jedem klar sein, dass alle Alternativen viel Geld kosten, sich aber eklatant in der Qualität und der Lösung aller weiteren Probleme in der Aachener Innenstadt unterscheiden. Selbst „nichts tun“ ist kostspielig, da der steigende (vermutlich Auto-)Verkehr gelenkt und aufgefangen werden muss, Zwangsmaßnahmen im Bereich Umwelt verhindert werden müssen und die Stadt mit einem erheblichen Attraktivitätsverlust zu kämpfen hätte.

Für mich ist daher klar, dass eine Stadtbahn den besten Mix aus Investition und Kosten darstellt und mit der sowieso nötigen Basisinfrastruktur auch Steigbügelhalter für die weitere Elektrifizierung des Aachener Verkehrs sein kann. Nicht ohne Grund hat die vorläufige standardisierte Bewertung einen Kosten-Nutzen-Faktor von 1,5 ergeben. D.h. jeder investierte Euro löst 1,5 € volkswirtschaftlichen Nutzen aus und die Differenz kommt direkt der Stadt Aachen und seinen Bürgern zu Gute. Eine neues Verkehrssystem bedeutet natürlich auch Änderungen am bestehenden System, aber bis 2019 ist noch genügend Zeit viele kleine Details zur Zufriedenheit der Mehrheit zu gestalten. Ich hoffe daher, dass sich beim Ratsbürgerentscheid die Mehrheit der Wahlberechtigten für den Bau der Campusbahn ausspricht und damit Aachen zu einem Schritt vorwärts verhilft.

PS: Ein letztes persönliches Wort zu den vergangenen Wochen. Noch nie ist mir Politik im Alltag so Nahe gegangen. Noch nie war ich so nah dabei und hatte die Gelegenheit an vorderster Front mit vielen Menschen zu diskutieren, abzuwägen und ein Votum abzugeben. Der Aufwand, um bei einem Ratsbürgerentscheid eine solide abgesicherte Entscheidung zu treffen, ist enorm und mein Respekt gilt denjenigen, die uns im normalen Alltag auf ehrenamtlicher Basis viele Entscheidungen in den Gremien der Stadt abnehmen. Aber ebenso gilt mein Respekt denjenigen, die in diesen Wochen andere Meinung waren und trotzdem mit offenem Visier über das für und wider dieses Großprojekts diskutiert haben. Einiges hat mich auch im Zusammenhang mit diesem Ratsbürgerentscheid nachdenklich gestimmt. Ist das der beste Weg um uns Bürger besser an politischen Prozessen zu beteiligen (Stichwort: Direkte Demokratie)? Woher stammt diese überbordende Misstrauen gegenüber Politikern und Fachleuten, die ich in den allermeisten Fällen mit Herzblut bei der Sache erlebt habe? Wie steht es um unsere Diskussionskultur? Alles Fragen, die in nicht all zu ferner Zukunft sicherlich einen weiteren Blogeintrag wert sind.

Weitere Informationen:
www.campusbahn-aachen.de – Die Unterlagen der offiziellen Vor-Planung
ratsinfo.aachen.de/bi/allris.net.asp – Das Ratsinformationssystem der Stadt Aachen
bahnfreifuerac.bplaced.net – Aufbereitetes Kartenmaterial zur Campusbahn mit praktischen Funktionen
www.spd-aachen.de/html/31776/welcome/-Campusbahn.html –  Antworten zu den meisten offenen Fragen
frittezang.de/fz007-pro-campusbahn-mit-jan/ – Ausführlicher Podcast mit Tim Becker zur Campusbahn

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Campusbahn Aachen: Bürgerentscheid am 10. März

Campusbahn Einstiegskonzept mit Haltestellen und Haltestellennamen.  (Grafik TEMA AG, Kartengrundlage © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA)

Am 10. März 2013 entscheiden die Aachener Bürger über die Weiterentwicklung des hiesigen öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Der ÖPNV in Aachen wird durch ein Busnetz und regionale Bahnstrecken getragen und befördert aktuell über 65 Mio. Fahrgäste. Nicht zuletzt durch ein geändertes Mobilitätsverhalten konnte die Fahrgästezahl seit 1999 um über 12% gesteigert werden. Dieser erfreuliche Trend hat allerdings auch seine Schattenseiten. Die stetig wachsende Busflotte verursacht immer höhere Treibstoffkosten und verschlechtert die Luft- und Lärmsituation insbesondere in der Innenstadt. Am gravierendsten ist allerdings die Tatsache, dass sich die Busse auf den am stärksten ausgelasteten Strecken des Aachener Netzes bereits gegenseitig behindern und die zusätzlichen Fahrgäste nicht durch weitere Fahrzeuge aufgefangen werden können. In der Praxis führt dies dazu, dass in den Hauptverkehrszeiten trotz des Einsatzes von Doppelgelenkbussen Fahrgäste wegen Überfüllung der Fahrzeuge an den Haltestellen stehen bleiben und auf den nächsten Bus warten müssen. Doch nicht nur die persönliche Reisezeit verlängert sich durch zusätzliche Wartezeiten, auch der Fahrplan ist bei einer solchen Überlastung nicht mehr zu halten, da das Ein- und Aussteigen deutlich mehr Zeit als geplant benötigt.

Zur Verbesserung der Qualität im Aachener ÖPNV soll eine Stadtbahn als neues Rückgrat des städtischen Verkehrssystems eingeführt werden. Der erste Schritt soll dabei die sogenannte Campusbahn von Aachen-Brand über die Innenstadt zum Universitätsklinikum sein. Diese Stadtbahnlinie verläuft entlang der aktuell am stärksten belasteten Strecke und kann die dort bestehenden Probleme lösen sowie Kapazitäten für die Zukunft bereitstellen.

Mit der Einführung der Campusbahn sind weitere Verbesserungen absehbar:
– Mehr Fahrgäste durch höheren Fahrkomfort, keine Schaukelei in Bussen auf holprigen Straßen
– Kürzere Fahrzeiten: Statt 44 – 55 Minuten nur noch 34 Minuten von Brand bis Uniklinik
– Alternative Energieversorgung: Geringere Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen
– Geringere Lärmbelastung der Anwohner
– Die Stadtbahn ermöglicht immer einen barrierefreien Zugang
– Mitnutzung der Infrastruktur zum Aufladen von Elektrofahrzeugen
– Grundstein für weitere Stadtbahnlinien

Natürlich sind diese notwendigen Verbesserungen nicht zum Nulltarif zu bekommen, aber Bund und Land fördern einen Großteil der Investitionskosten mit 90%, so dass die Stadt nur noch 4 bis 6,5 Mio. € jährlich finanzieren muss. Dies sind gerade einmal etwa 1% des aktuellen Aachener Haushalts. Oder anderes gesprochen: Wenn man die Kosten auf alle Aachener umlegen würde, wären das pro Kopf nur 1,30 bis 2,15 € pro Monat. Vielfach trifft man auf die Befürchtung, dass die Campusbahn deutlich teurer werden könnte. Ein von der Industrie- und Handelskammer in Auftrag gegebenes Gutachten kam jedoch zu dem Schluss, dass die Kalkulation auch bei möglichen Unwägbarkeiten sehr solide ist. Außerdem spricht vieles dafür, dass die Bauarbeiten und Anschaffungen im Plan bleiben werden. Die Fahrzeuge (auch mit Akku) gibt es von der Stange und haben Listenpreise. Für die Planung wurden Zahlen von abgeschlossenen Projekten verwendet in denen mögliche Kostensteigerungen bereits enthalten waren. Man muss sich vor Augen halten, dass alle geplanten Bauarbeiten Standard sind und die Stadtverwaltung in der Vergangenheit bewiesen hat, dass sie diese korrekt kalkulieren und ausführen kann. Beispielsweise wurden von 2009 bis Ende 2010/Anfang 2011 in Aachen im Rahmen des Konjunkturpakets II Straßenbauarbeiten in Höhe von 27 Mio. € durchgeführt. Der Abschlussbericht kam zu dem Schluss, dass bei den Arbeiten insgesamt keine Mehrkosten entstanden sind.

Mein persönliches Fazit lautet daher, dass eine Stadtbahn die sinnvollste Lösung für Aachens Verkehrsprobleme ist. Schon jetzt läuft der Busverkehr nicht optimal, ist darüber hinaus auch noch relativ teuer (Treibstoffkosten) und belastet die Anwohner mit Lärm und Abgasen. Eine Lösung dieser Probleme kostet auf jeden Fall Geld. Mehr Busse müssen beschafft und auch von Menschen gefahren werden, alternative Treibstoffe und Antriebe, die umweltschonender sind, kosten ebenfalls Geld. Aber durch all diese Maßnahmen schafft man es nicht, dass wesentlich mehr Menschen mit Bus und Bahn fahren können. Das dies dringend nötig ist, zeigen die steigenden Mobilitätskosten beim Auto. Nicht jeder wird sich zukünftig den vollen Tank leisten können. Daher muss eine Stadt einen funktionierenden ÖPNV als Alternative anbieten, um ein bezahlbares Leben in der Stadt zu ermöglichen. Dies wird in Aachen nur mit einem neuen Rückgrat des städtischen Verkehrssystems erreichen können – mit der Campusbahn.

Weitere ausführliche Informationen und Antworten unter:
www.campusbahn.de
www.spd-aachen.de/html/31776/welcome/-Campusbahn.html

 

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Geschützt: Geburtstagsparty 2010

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EXODUS Pfingsttörn 2009 – Bericht

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… ein kreativer Text zu den Geschehnissen auf dieser Reise …

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Bücher zu der Reise:
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Neue Bürgerinitiative: AC=Bahn

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In Aachen geht es zur Zeit verkehrspolitisch Rund. Die geplanten Erweiterungen der RWTH machen es nötig die derzeitige Verkehrsinfrastruktur und auch die Verkehrsführung zu überdenken. Hinzu kommt vielleicht auch der Umstand, dass aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage, die Wirtschaftlichkeit von Mobilität neu gedacht wird. Neben den unrühmlichen Szenen in den Online-Foren der Aachener Nachrichten bzw. Zeitung rund um die Verkehrsbelastung auf der Hörn, tut sich doch erstaunliches: Alle politischen Parteien in Aachen scheinen grundsätzlich bereit zu sein über Verkehrsströme auch „abseits“ der Straße nach zu denken. Da passt eine neu gegründete Bürgerinitiative mit dem Namen AC=Bahn sehr gut in die derzeitige Diskussion.
In einem jüngst herausgegebenen Flyer stellt AC=Bahn die aktuellen Herausforderungen (mehr Verkehr, Luftreinhaltung etc.) vor und präsentiert einen Ansatz für eine „Stadt“-Bahn. Es werden ebenso Integrationsmöglichkeiten mit der Euregiobahn angedacht und prominente Beispiele aus anderen Ländern vorgestellt.

Der Flyer findet sich auf der Website der Bürgerinitiative: www.ac-bahn.de

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Marcel Philipp wünscht sich eine H-Bahn für Aachen

Das hat man davon, wenn man die CDU einmal lobt. Nachdem die CDU den Grünen hinterhertrottet und vernünftigerweise eine RWTH CampusBahn fordert, kommt jetzt der nächste Paukenschlag. Auf der Website des CDU-Bürgermeisterkandidaten findet sich eine Rubrik neue Verkehrstechnik mit dem Vorschlag fünf H-Bahn-Linien auch durch die Innenstadt zu führen. Die H-Bahn würde die Straßen nicht noch weiter verstopfen und man könnte die Technik-Kompetenz der Stadt herausstellen.
Nun Herr Philipp erklären Sie das bitte mal den Anwohnern der ersten und zweiten Etage, die dann alle fünf bis zehn Minuten einen Einblick in ihr Privatleben geben müssten. Schon die Planungen der Stadt Erlangen in den 70er Jahren haben gezeigt, dass eine H-Bahn auf zwei wesentliche Widerstände im innerstädtischen Bereich stößt:
1. Beeinträchtigung der Privatsphäre (s. oben).
2. Verbauung von Sichtachsen.
Gerade der zweite Punkt ist ein unlösbares Problem der H-Bahn. Der recht wuchtige Träger ist immer im Weg und gerade über Kreuzungen ist ein wahres Gewirr an Trägern nötig, um in alle nötigen Richtungen abbiegen zu können.
Ich bleibe daher dabei: Eine Straßenbahn für Aachen ist sinnvoller. Die kann zur Not auch ohne Oberleitung im Batteriebetrieb Kreuzungen oder andere wertvolle Orte durchfahren (Theater, Elisenbrunnen, …) und man bekommt auch keine Probleme mit der Privatsphäre. Weiterhin muss man keine Treppen hochlaufen oder mit dem Aufzug fahren, um zur Haltestelle zu kommen. Bei der Straßenbahn genügen kleine Rampen und schon kann man einsteigen. Darüberhinaus muss ein letztes Märchen unbedingt verschwinden: Nicht der ÖPNV verstopft die Straßen sondern der Pkw-Verkehr!

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Bürgerinformation zum Campus Melaten – Verkehrskonzept

Am 25. Februar 2009 fand eine Bürgerinformationsveranstaltung der Verwaltung der Stadt Aachen im AH IV statt. Die Veranstaltung war so gut besucht, dass nicht alle Interessierten einen Platz im Hörsaal (Laut RWTH: 278 Sitzplätze) finden konnten. Die Aula 2 stand zu dem Zeitpunkt leider nicht zur Verfügung.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden die wesentlichen Inhalte eines Verkehrsgutachtens zum Campus Melaten vorgestellt. Inbesondere wurden die möglichen Auswirkungen auf den Verkehr auf der Hörn dargelegt und Veränderungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Laut dem Gutachten ist grundsätzlich von einer Zunahme des Verkehrs auf der Hörn auszugehen. Und wie sich bei der Gegenüberstellung verschiedener Planungsvarianten zeigte, können Veränderungen im Straßennetz der Hörn den Verkehr nur innerhalb der Hörn verlagern, aber nicht aus den Wohngebieten heraushalten. Es wurde zum Ende der Veranstaltung deutlich, dass es scheinbar zur Zeit keine ansprechende Alternativroute zwischen Innenstadt und Melaten gibt, die für Entlastung sorgen könnte.
Es erscheint mir daher sinnvoll, wenn sich die Anwohnern in ihren Diskussionen weniger auf Maßnahmen auf der Hörn selbst konzentrieren. Das Verkehrsgutachten zeigt in meinen Augen eindeutig, dass der Verkehr auf diese Art und Weise nur innerhalb der Hörn verschoben werden kann. Eine Verringerung der Verkehrsbelastung ist so nicht möglich.
Während ich die Bürgerinformation so verfolgte, gibt es wohl nur zwei gangbare Wege, um die verkehrlichen Auswirkungen des Campus Melaten auf die Wohngebiete auf der Hörn zu reduzieren:
1. Alternativroute: Innenstadt – Campus Melaten
Derzeit verläuft die kürzeste Verbindung zwischen Innenstadt und Melaten über den Seffenter Weg. Selbst wenn man diesen sperren würde, würde der Verkehr durch das Hörngebiet Richtung Melaten fahren. Als Lösung müsste eine attraktive Alternativroute her, wie sie die Süsterfeldstraße zur Zeit scheinbar nicht liefern kann. Eine greifbare Lösung ist die eh geplante Straße auf dem Campus Westbahnhof, die mit einer Schleife im Pariser Ring münden soll. Von dort aus wäre dann auch der Campus Melaten erreichbar. Denkbar wäre auch eine Kombination mit der angedachten Fahrradbrücke über die Bahngleise. Diese Wegführung würde die Strecke zwischen Innenstadt und Melaten nochmal verkürzen.
2. Verlagerung des Verkehrs auf den ÖPNV
Das Verkehrsgutachten zeigte am Rande auch die benutzten Verkehrsmittel auf der Hörn. Dabei fiel auf, dass 70% aller Fahrten mit dem so genannten motorisierten Individualverkehr (MIV: Pkw, Motorrad, …) abgewickelt werden. Vielleicht reicht eine Verlagerung von 10-20%, um eine spürbare Verbesserung auf der Hörn zu bewirken. Das wären dann 2800-5600 Wege, die nicht mit dem Auto zurückgelegt werden würden. Die Verwaltung hofft in diesem Zusammenhang auf die Einführung eine Job-Tickets für die RWTH und eine Optimierung des Busnetzes. Einen genauen Plan gibt es aber scheinbar noch nicht.
Fleißige Leser meines Blogs wissen, dass ich einen Ausbau des ÖPNV begrüße. Eine schnelle Anbindung des Campus Melaten an die Innenstadt kann in meinen Augen einen guten Teil dazu beitragen, um die sich abzeichnenden Probleme auf der Hörn zu lösen. An dieser Stelle daher wieder das Stichwort „moderne Straßenbahn“, die ab dem Bushof alle RWTH-Bereiche miteinander verbinden könnte. Siehe dazu auch einen älteren Artikel aus meinem Blog.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Verkehrsplanung weiter entwickelt. Die Verwaltung und die Politik müssen aber angesichts der Bedenken der Bürger darauf acht geben, dass die Stimmung nicht kippt und sich gegen den Campus „an sich“ wendet.

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Verkehrskonzept zum RWTH Campus Melaten

Im Ratsinformationssystem der Stadt Aachen findet sich zur Zeit eine Beschlussvorlage auf der Grundlage des Verkehrsgutachtens zum geplanten RWTH Campus Melaten. Die Bezirksvertretungen Aachen-Mitte und Laurensberg und der Verkehrsausschuss dürfen im Laufe des Januars über die Vorschläge der Verwaltung abstimmen.
In weiten Teilen stimmt die Verwaltung den Vorschlägen der Gutachter zu und empfiehlt deren Umsetzung. Der Seffenter Weg soll dagegen zu einer Tempo 30 Zone umgewandelt werden und baulich für den Durchgangsverkehr unattraktiv gemacht werden. Das Gutachten hatte hier keine Verbindung zwischen Seffenter Weg und Campus Melaten vorgesehen. Es bleibt abzuwarten, ob sich die dortigen Anwohner mit dieser Lösung zufrieden geben.
Ein interessanter Punkt findet sich im Bereich ÖPNV. Neben der Sortierung des ÖPNV und der teilweisen Entmischung vom „normalen Verkehr“ (MIV) wird auch die Idee der Campusbahn aufgegriffen. Das Gutachten bringt außer einer traditionellen Straßenbahn eine H-Bahn oder eine Seilbahn ins Spiel. Die Verwaltung der Stadt Aachen hat aber wohl festgestellt, dass so eine Campusbahn nur Sinn macht, wenn sie mit dem restlichen ÖPNV gut verknüpft ist und schlägt in ihrer Beschlussvorlage eine Durchbindung der Campusbahn bis zum Bushof vor. Damit wäre eine H-Bahn wohl nicht möglich, jedoch eine moderne Straßen- bzw. Stadtbahn. Die Verwaltung empfiehlt daher neben einem innovativen System auch ein „konventionelles straßengebundenes Schienenverkehrsmittel in Betracht zu ziehen“.

Die Beschlussvorlage inklusive des Verkehrsgutachtens findet sich im Ratsinformationssystem der Stadt Aachen unter: http://ratsinfo.aachen.de/bi/