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Campusbahn-Stimme auf ebay zu kaufen

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Keine Scherze mit unserer Demokratie! Dafür haben unsere Vorväter teilweise mit ihrem Leben bezahlt. Das Angebot einer Campusbahn-Stimme auf ebay ist nun wirklich kein Spaß mehr und darüber hinaus auch nach §108b StGB als Wählerbestechung strafbar. Ich kann da echt nur den Kopf schütteln.

Link:
www.ebay.de/itm/Campusbahn-Pro-Stimme-fur-Entscheid-am-10-Marz-2013-in-Aachen-abzugeben-/321085397076
www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/campusbahn-18600-aachener-haben-schon-abgestimmt-1.534176

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Campusbahn: Soll ich’s wirklich machen oder lass ich’s lieber sein?

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Eines ist klar: Am Tag des Ratsbürgerentscheid, Sonntag 10. März 2013, wird die Antwort „Jein“ nicht zur Verfügung stehen. Der Rat der Stadt Aachen hat sich im Dezember mit sehr großer Mehrheit für den Bau einer Stadtbahn in Aachen ausgesprochen und gleichzeitig den Weg frei gemacht für einen sogenannten Ratsbürgerentscheid. Wir Bürger von Aachen von Aachen haben einmalig ein Stückchen von der von uns per Wahl vergeben Macht zurückbekommen und sollen über die Campusbahn entscheiden. Sind Sie für den Bau der Campusbahn? Ja oder Nein!

Nach einer nahezu wahnwitzigen Recherche, endlosen Diskussionen im Internet und anderswo und vielen Gesprächen mit Befürwortern, „Gegnern“, anderen Interessierten und offiziell Verantwortlichen habe ich mich dazu entschlossen mit „JA“ zu stimmen. Denn hinter dem Ratsbürgerentscheid steckt mehr als die simple Frage nach der Einführung einer Stadtbahnlinie. Wir wahlberechtigten Bürger müssen darüber entscheiden welche Richtung Aachens ÖPNV einschlagen soll und wir haben jetzt die Verantwortung uns für die Lösung zu entscheiden, die den Anforderungen Aachens in vielen unterschiedlichen Punkten am ehesten gerecht wird.

Ich möchte kurz die wichtigsten Rahmenbedingungen und Probleme skizzieren:

  1. In Aachen muss der ÖPNV ausgebaut werden.
    Seit beinah drei Jahrzehnten steigen die Fahrgastzahlen in Aachen nahezu ununterbrochen an. Derzeit fahren im Jahr 66 Mio. Menschen mit der ASEAG und das Ende Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Aller Orten liest man vom sich ändernden Mobilitätsverhalten der Menschen vor allen Dingen bei jungen und alten Menschen. Die eine Gruppe plant ganz vorurteilsfrei und sachlich wie sie am besten von A nach B kommt und wählt dann das optimale Verkehrsmittel aus und die andere Gruppe kann irgendwann nicht mehr am Steuer eines Autos sitzen oder kann sich kein Auto mehr leisten.
    Die jetzt schon vorhandenen Kapazitätsengpässe auf den Hauptachsen des Aachener ÖPNV werden sich also aller Voraussicht nach verschärfen und es besteht hier und heute Handlungsbedarf. Leider ist es nicht mit ein paar mehr Bussen getan, da stellenweise bereits so viele Busse unterwegs sind, dass diese sich gegenseitig blockieren. Aachen muss also den nächsten Schritt wagen und ein leistungsfähigeres System einführen.
  2. Umweltschutz – Lärm und Schadstoffe in der InnenstadtDie Auflagen im Bereich Umweltschutz werden Jahr für Jahr schärfer. Die EU gibt immer niedrigere Grenzwerte für Lärm und Schadstoffe vor und zwingt die städtischen Verantwortlichen tätig zu werden. Die Lärmkartierung hat gezeigt, dass der steigende Verkehr in Aachens Straßen immer mehr zu einer Belastung wird. Bei den Luftschadstoffen senkt sich langsam das Ungeheuer „Umweltzone“ über die Stadt und nur mit viel Kreativität konnte die Einführung von schmerzhaften Zwangsmaßnahme, die den Pkw-Verkehr in der Innenstadt reduzieren, verhindert werden. Auch beim Dauerbrenner CO2 kann sich Aachen nicht vor seinem Anteil an der globalen Verantwortung drücken und die Endlichkeit der fossilen Treibstoffe wird uns so oder so zum handeln zwingen.
  3. Stadtentwicklung
    Aachen steht unbestreitbar im Wettbewerb der Städte. Die große Mobilität der Menschen macht sich auch hier bemerkbar, wenn der ein oder andere ohne langes Zögern seine Heimat verlässt und sich nach einem Ort umschaut, der die besten Chancen bietet. Bei so einem Ortswechsel werden natürlich viele Faktoren herangezogen, aber ein Faktor ist sicherlich die Frage, wie einfach ich meinen Mobilitätsbedarf umsetzen kann. Ein guter Nahverkehr kann hier ein entscheidender Punkt sein, wenn er denn eine hohe Qualität aufweist.
  4. Finanzen
    Nichts auf der Welt ist umsonst und so muss auch die Stadt ein Auge aufs Geld haben. Die entscheidende Frage ist aber wofür das Geld ausgegeben wird und wie man seine Prioritäten setzt. Es gibt bestimmte Dinge, die kann man ruhigen Gewissens als Luxuriös bezeichnen, aber eine funktionierende Infrastruktur, und dazu gehört der ÖPNV, muss unbedingt die vorderen Plätze belegen.
  5. Teilhabe und Teilnahme für alle
    Die sozialen Gräben laufen mittlerweile quer durch unsere Gesellschaft – heute noch in der Spitzengruppe und morgen schon bei den Schlusslichtern. Oder man ist von Geburt an nur das fünfte Rad am Wagen. Eine lebenswerte Stadt ist auf den Zusammenhalt seiner Bürger angewiesen und muss dafür Sorge tragen, dass diese sich unabhängig von Stand oder Hintergrund begegnen können. Eine Aufspaltung zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen kann und darf sich Aachen nicht leisten.

Ein leistungsfähiger ÖPNV muss sich mindestens an diesen Punkten messen lassen und die Gremien der Stadt Aachen haben sich in den letzten fünf Jahren intensiv um eine optimale Lösung bemüht. Es wurden 17 verschiedene Verkehrsmittel verglichen, die Vor- und Nachteile abgewogen, die Kosten ermittelt und am Ende stellte sich zur Überraschung so einiger Menschen heraus, dass eine Stadtbahn für Aachen genau die richtige Lösung ist. Ohne Frage mit 4,04 bis 6,36 Mio. € jährlich eine kostspielige Investition, aber alle anderen Alternativen können nicht annähernd so vollständig auf die von mir skizzierten Fragestellungen eine Antwort geben wie ein Stadtbahnsystem.

Ein ausgebautes Busnetz mit eigenen Spuren von Brand bis zur Uniklinik schlägt laut ASEAG auch mit 4,3 Mio. € jährlich zu Buche, hilft weder beim Umweltschutz noch bei der Barrierefreiheit und ist auch sonst nicht sonderlich attraktiv. Busse mit alternativen Antrieben sind ein wichtiger aber teurer Schritt beim Umweltschutz und bieten auch keine Antwort auf die Engpässe im Busbetrieb. Es würden immer noch Fahrgäste an den Haltestellen stehen bleiben müssen und die vollen Busse an sich vorbei ziehen lassen. Bei der Entscheidung muss daher jedem klar sein, dass alle Alternativen viel Geld kosten, sich aber eklatant in der Qualität und der Lösung aller weiteren Probleme in der Aachener Innenstadt unterscheiden. Selbst „nichts tun“ ist kostspielig, da der steigende (vermutlich Auto-)Verkehr gelenkt und aufgefangen werden muss, Zwangsmaßnahmen im Bereich Umwelt verhindert werden müssen und die Stadt mit einem erheblichen Attraktivitätsverlust zu kämpfen hätte.

Für mich ist daher klar, dass eine Stadtbahn den besten Mix aus Investition und Kosten darstellt und mit der sowieso nötigen Basisinfrastruktur auch Steigbügelhalter für die weitere Elektrifizierung des Aachener Verkehrs sein kann. Nicht ohne Grund hat die vorläufige standardisierte Bewertung einen Kosten-Nutzen-Faktor von 1,5 ergeben. D.h. jeder investierte Euro löst 1,5 € volkswirtschaftlichen Nutzen aus und die Differenz kommt direkt der Stadt Aachen und seinen Bürgern zu Gute. Eine neues Verkehrssystem bedeutet natürlich auch Änderungen am bestehenden System, aber bis 2019 ist noch genügend Zeit viele kleine Details zur Zufriedenheit der Mehrheit zu gestalten. Ich hoffe daher, dass sich beim Ratsbürgerentscheid die Mehrheit der Wahlberechtigten für den Bau der Campusbahn ausspricht und damit Aachen zu einem Schritt vorwärts verhilft.

PS: Ein letztes persönliches Wort zu den vergangenen Wochen. Noch nie ist mir Politik im Alltag so Nahe gegangen. Noch nie war ich so nah dabei und hatte die Gelegenheit an vorderster Front mit vielen Menschen zu diskutieren, abzuwägen und ein Votum abzugeben. Der Aufwand, um bei einem Ratsbürgerentscheid eine solide abgesicherte Entscheidung zu treffen, ist enorm und mein Respekt gilt denjenigen, die uns im normalen Alltag auf ehrenamtlicher Basis viele Entscheidungen in den Gremien der Stadt abnehmen. Aber ebenso gilt mein Respekt denjenigen, die in diesen Wochen andere Meinung waren und trotzdem mit offenem Visier über das für und wider dieses Großprojekts diskutiert haben. Einiges hat mich auch im Zusammenhang mit diesem Ratsbürgerentscheid nachdenklich gestimmt. Ist das der beste Weg um uns Bürger besser an politischen Prozessen zu beteiligen (Stichwort: Direkte Demokratie)? Woher stammt diese überbordende Misstrauen gegenüber Politikern und Fachleuten, die ich in den allermeisten Fällen mit Herzblut bei der Sache erlebt habe? Wie steht es um unsere Diskussionskultur? Alles Fragen, die in nicht all zu ferner Zukunft sicherlich einen weiteren Blogeintrag wert sind.

Weitere Informationen:
www.campusbahn-aachen.de – Die Unterlagen der offiziellen Vor-Planung
ratsinfo.aachen.de/bi/allris.net.asp – Das Ratsinformationssystem der Stadt Aachen
bahnfreifuerac.bplaced.net – Aufbereitetes Kartenmaterial zur Campusbahn mit praktischen Funktionen
www.spd-aachen.de/html/31776/welcome/-Campusbahn.html –  Antworten zu den meisten offenen Fragen
frittezang.de/fz007-pro-campusbahn-mit-jan/ – Ausführlicher Podcast mit Tim Becker zur Campusbahn

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Aachener Baumaßnahmen im Kostensoll

Wie WDR und AN/AZ heute übereinstimmend berichten, konnte die Aachener Stadtverwaltung bei der Analyse von 47 großen Baumaßnahmen aus den vergangenen drei Jahren (geplante Kosten 44,368 Mio. €) erfreuliches feststellen. Entgegen der häufig geäußerten Meinung, dass doch bei öffentlichen Projekten eh immer alles teurer wird, konnten die städtischen Mitarbeiter festhalten, dass im Schnitt die geplanten Bauzeiten eingehalten bzw. sogar unterschritten wurden und die Kosten ebenfalls niedriger als geplant ausfielen. Im Bereich Straßenbau unter der Leitung von Regina Poth wurden z.B. die geplanten Bauzeiten um 6% und die geplanten Kosten in Höhe von 20,834 Mio. € um 1,5% unterschritten.

Das sind tolle Ergebnisse, die im Falle eines positiven Bürgerentscheids Mut für die Umsetzung der Aachener Stadtbahn (Campusbahn) machen.

Lokalzeit Aachen im WDR
Bericht der Aachener Nachrichten

Bericht der Aachener Zeitung

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Campusbahn Aachen: Bürgerentscheid am 10. März

Campusbahn Einstiegskonzept mit Haltestellen und Haltestellennamen.  (Grafik TEMA AG, Kartengrundlage © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA)

Am 10. März 2013 entscheiden die Aachener Bürger über die Weiterentwicklung des hiesigen öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Der ÖPNV in Aachen wird durch ein Busnetz und regionale Bahnstrecken getragen und befördert aktuell über 65 Mio. Fahrgäste. Nicht zuletzt durch ein geändertes Mobilitätsverhalten konnte die Fahrgästezahl seit 1999 um über 12% gesteigert werden. Dieser erfreuliche Trend hat allerdings auch seine Schattenseiten. Die stetig wachsende Busflotte verursacht immer höhere Treibstoffkosten und verschlechtert die Luft- und Lärmsituation insbesondere in der Innenstadt. Am gravierendsten ist allerdings die Tatsache, dass sich die Busse auf den am stärksten ausgelasteten Strecken des Aachener Netzes bereits gegenseitig behindern und die zusätzlichen Fahrgäste nicht durch weitere Fahrzeuge aufgefangen werden können. In der Praxis führt dies dazu, dass in den Hauptverkehrszeiten trotz des Einsatzes von Doppelgelenkbussen Fahrgäste wegen Überfüllung der Fahrzeuge an den Haltestellen stehen bleiben und auf den nächsten Bus warten müssen. Doch nicht nur die persönliche Reisezeit verlängert sich durch zusätzliche Wartezeiten, auch der Fahrplan ist bei einer solchen Überlastung nicht mehr zu halten, da das Ein- und Aussteigen deutlich mehr Zeit als geplant benötigt.

Zur Verbesserung der Qualität im Aachener ÖPNV soll eine Stadtbahn als neues Rückgrat des städtischen Verkehrssystems eingeführt werden. Der erste Schritt soll dabei die sogenannte Campusbahn von Aachen-Brand über die Innenstadt zum Universitätsklinikum sein. Diese Stadtbahnlinie verläuft entlang der aktuell am stärksten belasteten Strecke und kann die dort bestehenden Probleme lösen sowie Kapazitäten für die Zukunft bereitstellen.

Mit der Einführung der Campusbahn sind weitere Verbesserungen absehbar:
– Mehr Fahrgäste durch höheren Fahrkomfort, keine Schaukelei in Bussen auf holprigen Straßen
– Kürzere Fahrzeiten: Statt 44 – 55 Minuten nur noch 34 Minuten von Brand bis Uniklinik
– Alternative Energieversorgung: Geringere Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen
– Geringere Lärmbelastung der Anwohner
– Die Stadtbahn ermöglicht immer einen barrierefreien Zugang
– Mitnutzung der Infrastruktur zum Aufladen von Elektrofahrzeugen
– Grundstein für weitere Stadtbahnlinien

Natürlich sind diese notwendigen Verbesserungen nicht zum Nulltarif zu bekommen, aber Bund und Land fördern einen Großteil der Investitionskosten mit 90%, so dass die Stadt nur noch 4 bis 6,5 Mio. € jährlich finanzieren muss. Dies sind gerade einmal etwa 1% des aktuellen Aachener Haushalts. Oder anderes gesprochen: Wenn man die Kosten auf alle Aachener umlegen würde, wären das pro Kopf nur 1,30 bis 2,15 € pro Monat. Vielfach trifft man auf die Befürchtung, dass die Campusbahn deutlich teurer werden könnte. Ein von der Industrie- und Handelskammer in Auftrag gegebenes Gutachten kam jedoch zu dem Schluss, dass die Kalkulation auch bei möglichen Unwägbarkeiten sehr solide ist. Außerdem spricht vieles dafür, dass die Bauarbeiten und Anschaffungen im Plan bleiben werden. Die Fahrzeuge (auch mit Akku) gibt es von der Stange und haben Listenpreise. Für die Planung wurden Zahlen von abgeschlossenen Projekten verwendet in denen mögliche Kostensteigerungen bereits enthalten waren. Man muss sich vor Augen halten, dass alle geplanten Bauarbeiten Standard sind und die Stadtverwaltung in der Vergangenheit bewiesen hat, dass sie diese korrekt kalkulieren und ausführen kann. Beispielsweise wurden von 2009 bis Ende 2010/Anfang 2011 in Aachen im Rahmen des Konjunkturpakets II Straßenbauarbeiten in Höhe von 27 Mio. € durchgeführt. Der Abschlussbericht kam zu dem Schluss, dass bei den Arbeiten insgesamt keine Mehrkosten entstanden sind.

Mein persönliches Fazit lautet daher, dass eine Stadtbahn die sinnvollste Lösung für Aachens Verkehrsprobleme ist. Schon jetzt läuft der Busverkehr nicht optimal, ist darüber hinaus auch noch relativ teuer (Treibstoffkosten) und belastet die Anwohner mit Lärm und Abgasen. Eine Lösung dieser Probleme kostet auf jeden Fall Geld. Mehr Busse müssen beschafft und auch von Menschen gefahren werden, alternative Treibstoffe und Antriebe, die umweltschonender sind, kosten ebenfalls Geld. Aber durch all diese Maßnahmen schafft man es nicht, dass wesentlich mehr Menschen mit Bus und Bahn fahren können. Das dies dringend nötig ist, zeigen die steigenden Mobilitätskosten beim Auto. Nicht jeder wird sich zukünftig den vollen Tank leisten können. Daher muss eine Stadt einen funktionierenden ÖPNV als Alternative anbieten, um ein bezahlbares Leben in der Stadt zu ermöglichen. Dies wird in Aachen nur mit einem neuen Rückgrat des städtischen Verkehrssystems erreichen können – mit der Campusbahn.

Weitere ausführliche Informationen und Antworten unter:
www.campusbahn.de
www.spd-aachen.de/html/31776/welcome/-Campusbahn.html

 

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Campusbahn – Wurde das nötige Geld gefunden?

In dem Artikel „CDU erwägt nun auch Sonderparteitag zur Campusbahn“ der Aachener Nachrichten vom 20.11.2012 findet sich kurz vor Schluss ein sehr interessanter Absatz.

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Neue Bürgerinitiative: AC=Bahn

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In Aachen geht es zur Zeit verkehrspolitisch Rund. Die geplanten Erweiterungen der RWTH machen es nötig die derzeitige Verkehrsinfrastruktur und auch die Verkehrsführung zu überdenken. Hinzu kommt vielleicht auch der Umstand, dass aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage, die Wirtschaftlichkeit von Mobilität neu gedacht wird. Neben den unrühmlichen Szenen in den Online-Foren der Aachener Nachrichten bzw. Zeitung rund um die Verkehrsbelastung auf der Hörn, tut sich doch erstaunliches: Alle politischen Parteien in Aachen scheinen grundsätzlich bereit zu sein über Verkehrsströme auch „abseits“ der Straße nach zu denken. Da passt eine neu gegründete Bürgerinitiative mit dem Namen AC=Bahn sehr gut in die derzeitige Diskussion.
In einem jüngst herausgegebenen Flyer stellt AC=Bahn die aktuellen Herausforderungen (mehr Verkehr, Luftreinhaltung etc.) vor und präsentiert einen Ansatz für eine „Stadt“-Bahn. Es werden ebenso Integrationsmöglichkeiten mit der Euregiobahn angedacht und prominente Beispiele aus anderen Ländern vorgestellt.

Der Flyer findet sich auf der Website der Bürgerinitiative: www.ac-bahn.de

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Ergänzende Maßnahmen – Ein Vorschlag des Aachener VCD

Google findet alles. Und scheinbar auch Dinge, die auf keiner Website verlinkt sind. Sucht man nach den Stichworten „campusbahn“ und „bushof“ bekommt genau einen Link als Ergebnis präsentiert. Nämlich: www.vcd.org/aachen/aktuelles/ergaenzende_massnahmen.pdf. Schaut man sich diese pdf-Datei an so stellt man fest, dass es sich um Ergänzungsvorschläge zum Aachener Luftreinhalteplan handelt.
Interessant ist der Abschnitt zur Maßnahmen Nr.: M 25. Hier fodert der VCD die Durchbindung der noch zu planenden Campusbahn in Richtung Bushof. Liest man dazu die Ergänzungsvorschläge auf der letzten Seite erkennt man einen Zusammenhang. Die Campusbahn soll zur Startstrecke für eine Aachener Stadtbahn werden!
Warten wir mal ab, was die Machbarkeitsstudie zur Campusbahn bringt. Das EU-Projekt zur Finanzierung wurde ja mittlerweile genehmigt und laut den Grünen kann man in einem Jahr mit Ergebnissen rechnen. Abwarten und Tee trinken.

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RWTH CampusBahn – CDU ist dabei

Wie am 12. November 2008 in den Onlineausgaben der Aachener Nachrichten und der Aachener Zeitung zu lesen war, unterstützt der CDU-OB-Kandidat Marcel Philipp augenscheinlich einen Ratsantrag der Grünen. In diesem Ratsantrag beauftragen die Grünen die Aachener Verwaltung mit einer Machbarkeitsstudie bezüglich einer schienengebundenen Verbindung zwischen dem Klinikum und den RWTH Gebäuden in der Innenstadt. Da hat die interfraktionelle Abstimmung ja schon mal geklappt.
Wie in der Aachener Presse außerdem zu lesen ist, schlägt der CDU-Mann „eine Art Hochbahn“ à la Dortmund vor. Ich fühle mich geschmeichelt. 🙂 Weiterhin soll dieses Light-Rail-System möglichst gut mit der Euregiobahn verknüpft werden. Schön!
Denkt man nun etwas weiter, dann ist gerade der Punkt „Verknüpfung“ so eine Sache. Der Aufbau einer Hochbahn bedeutet immer, dass die Benutzer umsteigen müssen. Denn eine Verlängerung Richtung Außenbezirke oder Innenstadt steht wohl außer Frage, angesichts der optischen Nachteile. Schließlich will sich ja keiner im ersten Stock in die Fenster schauen lassen, wie schon in den siebzigern in der Stadt Erlangen entschieden wurde. Eine H-Bahn bliebe also eine Insellösung, die auf den Campus begrenzt bliebe.
Folgende Alternative wäre in meinen Augen daher attraktiv: Eine Stadtbahn!
Altgediente Aachener werden sich an eine Initiative „Stadtbahn – jetzt!“ erinnern, die in den 90er-Jahren den Vorschlag unterstützte eine verknüpftes System aus Straßenbahn und Regionalbahn zu schaffen. Diese Bahn könnte nicht nur auf dem Campusgelände, sondern auch in der Innenstadt und den Außenbezirken Aachens fahren. Ein ebensolches System wurde erstmals in Karsruhe realisiert und fand viele erfolgreiche Nachahmer. In letzter Zeit sind hier insbesondere französische Städte sehr aktiv und krempeln ihren ÖPNV um. Diese Bahnen haben nichts mehr mit den rumpelnden und quietschenden Ungetümen zu tun, wie man sie aus grauer Vorzeit noch kennt. Und auch der Fahrkomfort scheint die Fahrgäste zu überzeugen, denn wie die obigen Beispiele gezeigt haben, stieg die Fahrgästenzahl einer Linie bei einer Umstellung von Bus auf Bahn um durchschnittlich 20%.

Ein Citadis 302 am Place de la Bourse
Ein Citadis 302 am Place de la Bourse

Das Beispiel Bordeaux zeigt, dass ein erfolgreiches Stadtbahnsystem sich auch harmonisch in ein schützenswertes, historisches Stadtbild einfügen kann. Gleichzeitig vermindern die elektrisch angetriebenen Fahrzeugen den Schadstoffausstoff in der Innenstadt und ermuntern Autofahrer zum Umsteigen. Angesichts der drohenden Umweltzone in Aachen eine Vorteil, den man meiner Meinung nach nutzen sollte. Schluss wäre dann auch mit der elendigen Schaukelei und Ruckelei in den Gelenkbussen. Manchmal frage ich mich, wie schwächere Leute sich dort eigentlich auf den Beinen oder in den Sitzen halten.

Straßenbahn auf schallschluckendem Rasengleis
Straßenbahn auf schallschluckendem Rasengleis

Eine schnelle Stadtbahn lebt von eigenen Trassen. Das ist sicherlich nicht auf allen Strecken möglich. Schaut man sich aber die Auslastung der AVV Busse im Stadtgebiet an, so liegen diese Strecken größtenteils auf den breiten Hauptverkehrsstraßen. Straßen, die bereits über Busspuren verfügen oder breit genug sind, um Straßenbahnstrecken aufzunehmen. Selbst auf dem schönen Alleenring wäre eine Trennung von Straßenverkehr und Stadtbahn möglich. Ein Rasengleis, wie es das Bild zeigt, passt sich gut dem bestehenden Aussehen an und wirkt darüberhinaus sogar ein wenig schallschluckend.
Außerhalb der Stadt könnte man auf das Netz der DB oder der Euregiobahn zurückgreifen und so z.B. auch die angedachte Stichstrecke über Aachen Nord in Richtung Elisenbrunnen auf elegante Art und Weise realisieren.

Sollte eine RWTH CampusBahn tatsächlich Realität werden, darf man auf eine attraktive Verknüpfung mit dem restlichen ÖPNV nicht verzichten. Egal ob die CampusBahn Anfangspunkt oder Bestandteil eines Gesamtnetzes wird, eine Straßenbahn bzw. Stadtbahn wäre in diesem Zusammenhang die realistische Option.

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Machtbarkeitsstudie zur RWTH CampusBahn

RWTH Campus Melaten - ÜbersichtGroßes hat die RWTH vor und stellt die Weichen zur Erweiterung der Hochschule. Nicht nur in der Innenstadt verändert sich das Gesicht der Hochschule, sondern auch an vielen anderen Orten wird eifrig gebaut. Doch die wegweisenden Zukunftspläne des Rektorats haben eine noch viel größere Dimension als die derzeitigen Neubauten. Stichwort: Die RWTH soll eine Campus-Uni werden. Der Bebauungsplan für den neuen Campus in Melaten wurde erst kürzlich von einer breiten Öffentlichkeit diskutiert und auch der angedachte Campus am Westbahnhof steht in den Startlöchern. Das wird wohl weniger ein beschaulicher Innenhof als vielmehr ein wahrer Wissenspark in der selbsternannten Stadt der Wissenschaft.
270000 Quadratmeter und 10000 neue Beschäftigte sind die Zahlen des Tages wenn es um die erste Erweiterung in Melaten geht. Und wenn man den Worten von Professor Schuh Glauben schenken darf, ist nicht Salamitaktik angesagt sondern „ganz oder gar nicht“.
Bei aller Euphorie bleiben kritische Stimmen nicht aus und während einige direkt einen ganz anderen Standort vorschlagen (was soll die RWTH um Gottes Willen mit einem Erweiterungsgelände im Aachener Osten???), machen sich andere wohl mit recht Sorgen um die zugehörigen Belastungen eines solch großen Ausbaus der Hochschule. Wie wird sich z.B. der Verkehr an dem stark erweiterten Standort und zwischen den Standorten entwickeln?
Es klingt nach dem alltäglichen Cliché, dass die Ratsfraktion der Grünen über einen automatische Schienenanbindung zwischen dem Innenstadtbereich und dem Erweiterungsgebiet Melaten der RWTH nachgedacht und daraufhin eine Machbarkeitsstudie bei der Verwaltung im Auftrag gegeben hat. Es lebe die Öko-Fahrrad-ÖPNV-Partei. Aber ich bin mir sicher, bei vielen Studenten schwirrte so eine Verbindung schon länger in den Köpfen. Endlich auf direktem Weg von Vorlesung zu Vorlesung. Kein Gegurke mehr durch Wohngebiete, wo eh kaum eine Seele zu steigt. Oder nach dem letzten Handschlag an der Messreihe für die Diplomarbeit ohne halbstündige Wartezeit zum Feierabendbier in die Innenstadt. Und das auch noch am späten Abend!
modifizierter Plan RWTH CampusBahn
Die Verwaltung der Stadt Aachen hat zu dem Ratsantrag eine Karte veröffentlicht, wo die angedachte Strecke und mögliche Stationen in Rot eingezeichnet sind. Man sieht quasi einen Angelhaken der sich von der Schinkelstraße über den Westbahnhof Richtung Melaten und Klinikum biegt. In meinen Augen die Erfüllung vieler Pendlerträume. Ich sehe nur einige wenige Punkte, die vielleicht besser sein könnten:

  • – Zweiter Haltepunkte in Melaten
  • – Anbindung der Hochschuleinrichtungen auf der Hörn
  • – Anbindung des Hochschulsportzentrums

Der erste Punkt beruht auf meinen Eindruck, dass an dieser Stelle ein Haltepunkt in Melaten zu wenig wäre. Schaut man sich die derzeitige Bushaltestellendichte und deren Benutzung an, scheint dieser Eindruck nicht unrealistisch zu sein. Die beiden letzten Punkte kann man nachvollziehen, wenn man die Buslinien 3, 33 15, 65, 75 nutzt. Nicht nur in den Stoßzeiten während des Vorlesungsbetriebs werden die Haltestellen Halifaxstraße und Mies-van-der-Rohe-Straße sehr gut angenommen. Dies führt mitunter dazu, dass sich die Leute in den Bussen bis hierhin oder ab hier stapeln. Ich habe mal ganz forsch eine Stichstrecke und einen Haltepunkt hinter der ehemaligen PH in giftgrün eingezeichnet.
H-Bahn-Kabine in DortmundBleibt also noch die Frage nach dem Verkehrssystem der Wahl. Heute war bei SPIEGEL ONLINE zu lesen, dass Nürnberg eine vollautomatische U-Bahn in Betrieb genommen hat, die auch gemischt mit konventionellem Verkehr fahren kann. Warum also keine automatische Straßenbahn, die kontrolliert von einer Betriebszentrale die Haltestellen bedient!? Eine schicke Alternative wäre dann auch die H-Bahn, die seit 1984 problemlos bei der Uni Dortmund in Betrieb ist. An einem aufgeständerten Träger „schweben“ die Kabinen über Mensch und Landschaft. In einer Kernzeit verbinden die Kabinen im 5- bis 10-Minuten-Takt Nord-, Südcampus und Technologiepark miteinander. In den Tagesrandstunden gibt es einen Rufbetrieb: Auf Knopfdruck fährt eine Kabine an der Station vor und bringt den Passagier zur gewünschten Zielstation. Tolle Sache!
Ich bin mal gespannt, wie sich die Sache entwickelt und was die Machbarkeitsstudie im September 2008 an Ergebnissen bringt.