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Radverkehr für Umsteiger

Was können wir in Aachen besser machen? So lautete meine Eingangsfrage im Rahmen der Veranstaltung „Radverkehr für Umsteiger“ mit einem Fachvortrag von Thiemo Graf. Thiemo Graf ist Gründer und Inhaber des Instituts für Innovative Städte und Autor des Handbuchs „Radverkehr in der Kommune“. Als Mobilitätsberater, Vortragsredner sowie Seminar- und Projektleiter ist er mit zentralen Fragestellungen der Radverkehrsförderung bestens vertraut. In Zusammenarbeit mit der Aachener Stiftung Kathy Beys, dem Förderverein Aachen Fenster, dem BENG e.V. und dem ADFC Aachen war es mir gelungen den bundesweit gefragten Referenten nach Aachen zu holen.

Radverkehr für Umsteiger: Referent Thiemo Graf

Einen Schwerpunkt von Grafs Arbeit bilden die Bedürfnisse der potentiellen Nutzer des Fahrrads. Sicher, einfach, komfortabel – so lauten einige Schlagworte, um eine attraktive Fahrradinfrastruktur zu beschreiben. Dabei sollen auch subjektive Empfindungen berücksichtigt werden, denn z.B. von der „Angst im Kopf“ kann man sich nicht lösen. Und so gibt es viele weitere unbewusste Einflüsse, die wiederum die Verkehrsmittelwahl der „Mobilisten“ beeinflussen. Aber auch klassische Marketingaspekte haben wohl ihre Berechtigung bei der Radverkehrsförderung. Eine gute Fahrradinfrastruktur muss auffallend und von sich aus einladend sein. Ansonsten wird die Mobilitätsalternative Fahrrad schlicht und ergreifend im Alltag übersehen.

Chancen für den Aachener Radverkehr

Mit diesem unkonventionellen Programm richtet sich Graf gerade nicht an die furchtlosen Radler, die eh in jeder Situation Fahrrad fahren würden. Radverkehrsförderung zielt auf eine Erhöhung des Radverkehrsanteils ab und wendet sich daher an die Gewohnheitsfahrer und die Interessierten, die mitunter deutlich empfindlicher auf Stress im Verkehr reagieren. Die gute Nachricht: Interessierte und Gewohnheitsfahrer bilden laut aktueller Forschung rund 65% der Gesamtbevölkerung und sind somit ein riesiges Potential für den Umstieg auf das Fahrrad. Auf jeden Fall genügend Potential jenseits des Aachener Radverkehrsanteils von aktuell 11%. Die führenden Fahrradstädte in Europa haben einen Radverkehrsanteil von bis zu 60%.

Langer Applaus am Ende des Vortrags im Haus Löwenstein für einen Referenten, der so schlüssig und einleuchtend die Zusammenhänge zwischen den Bedürfnissen der Nutzer und den notwendigen Maßnahmen im Radverkehr darstellte, dass man sich fast fragen muss, warum nicht längst auf diese Art und Weise in Aachen geplant wird. Die Lokalpolitik hat es in der Hand die nötigen Prioritäten zu setzen und wir Bürger können diese Wende mit Nachdruck einfordern.

Der Vortrag zum Nachlesen

Für alle, die dem Vortrag, am 06. September 2017 nicht persönlich beiwohnen konnten oder einfach noch einmal nachlesen wollen, gibt es hier den Vortrag zum Download. Vielen Dank an Thiemo Graf für die Bereitstellung der Präsentation.

Radverkehr für Umsteiger 20170906 – Einleitung

Radverkehr für Umsteiger 20170906 – Fachvortrag Thiemo Graf

www.innovative-staedte.com

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Radfahren in Aachen: Meine Wünsche für die Zukunft.

Neben dem Verkehr im Allgemeinen beschäftigt mich seit neuestem das Radfahren in Aachen. Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Fahrrad bestieg. Auf ein kleines Dreirad – ich glaube es war orange – über ein Fahrrad mit Stützrädern folgte die große Freiheit auf zwei Rädern. Auf dem asphaltierten Hof einer ehemaligen Schule meines heimatlichen linken unteren Niederrheins wurden die Stützräder ganz hoch geschraubt und es ging leicht schlingernd im Kreis herum. Fahrradfahren wurde Alltag und stand gleichberechtigt neben Schulbus oder Taxi Mama/Papa.

Back to the roots

Im April 2016 habe ich mich nach einer längeren Fahrradabstinenz für einen Schritt „back to the roots“ entschieden. Ich kaufte mir ein Pedelec (meine niederrheinische Verwandtschaft würde „Fuddelfiets“ sagen) und schon wurde ich vom Busfahrer zum Fahrradpendler. Der Weg zur Arbeit, in den Garten, zum Einkaufen… Alles was schnell gehen soll, erledige ich jetzt mit dem Fahrrad. Stand heute (Mitte Januar 2017) liegen bereits über 2500 km hinter mir. Ich genieße es sehr wieder näher an der Natur zu sein, den Gang der Jahreszeiten zu erleben, die Stadt nicht durch eine Glasscheibe, sondern unmittelbar zu erleben. Die jeweils 20 Minuten Fahrt tun mir auch sonst gut. Morgens erscheine ich wach bei der Arbeit und am Nachmittag kann der letzte Rest Arbeit auf dem Heimweg einfach weggestrampelt werden. Dank „Fuddelfiets“ mit mal mehr oder weniger Schweiß.

Doch das Projekt „back to the roots“ hat einen Haken. Das Radfahren fühlt sich irgendwie anders an. Klar ich bin älter geworden, aber das Radfahren habe ich sprichwörtlich nicht verlernt und das Pedelec erhöht durch die Unterstützung bis maximal 25 km/h den Spaßfaktor enorm. Irgendwas ist im Vergleich zwischen der neuen Heimat Aachen und der alten Heimat Niederrhein deutlich anders. Ich beginne erst langsam zu begreifen, was für mich der wesentliche Unterschied beim Radfahren in Aachen vs. Niederrhein ist. Vorweg: Die Stadtgröße ist es nicht, denn auch am Niederrhein gab es damals Straßenabschnitte, die stark befahren wurden.

Was lief am Niederrhein anders?

Wenn ich vor meinem geistigen Auge meinen damaligen Schulwege und meinen heutigen Arbeitsweg übereinanderlege, dann ist der Unterschied glasklar: Die Infrastruktur für Fahrräder. Nun war die Radinfrastruktur am Niederrhein noch meilenweit entfernt von den paradiesischen Zuständen in den Niederlanden, aber ich habe mich eigentlich zu jeder Zeit beim Radfahren sicher gefühlt. Auf dem kombinierten Fußgänger-/Radweg entlang der viel befahrenen Landstraße und auch auf dem separaten Radweg in der Kreisstadt. Der entscheidende Punkt war in meinen Augen, dass ich genügend Abstand zu den anderen Verkehrsarten hatte. Zu den Autos auf der Straße und mangels Masse auch zu den Fußgängern.

Das Radfahren in Aachen sieht ganz anders aus. Viele Radwege sind viel zu schmal, in einem miserablen Zustand und oftmals gar nicht erkennbar. Das führt schnell zu Konkurrenz und Stress mit den Fußgängern. Fahrräder sollen nicht nur in Tempo-30-Zonen auf der Straße fahren, sondern auch auf Straßen mit mehreren Fahrstreifen bei Tempo 50. Zur Trennung von den Autos werden Radfahrstreifen oder Schutzstreifen auf die Straße gemalt, die ihren Zweck im Alltag überhaupt nicht erfüllen. Die Streifen sind eigentlich immer zu schmal bzw. werden häufig ignoriert.

Meine Wünsche für das Radfahren in Aachen

Wenn ich mir für Aachens nähere Fahrradzukunft ein paar Dinge wünschen dürfte, dann wäre es folgendes:

  • Mehr Tempo-30-Zonen, die auch so schmal gebaut sind, dass dort höchstens Tempo 30 gefahren wird.
  • Breite Fahrradwege, egal ob als markierter Streifen oder als Radweg. 2 m wären meiner Meinung nach ein gutes Standardmaß.
  • Vernünftige Sicherheitsabstände zu anderen Verkehrsarten. Seien es fahrende oder parkende Autos, oder auch Fußgänger.
  • Sicherheitsabstände müssen durch bauliche Maßnahmen „fühlbar“ werden. Eine Fahrbahnmarkierung überfährt man leicht und erst eine bauliche Trennung z.B. mit einem (Flach-)Bordstein schafft deutlich mehr Sicherheit. Übrigens gilt das auch für die Trennung zwischen Fußgängern und Radfahrern.
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Neuigkeiten

Aachener Bachverein: Anton Bruckner – Messe f-Moll

Sonntag, 22. November 2015, 17:00 Uhr, St. Michael, Jesuitenstraße

Chorkonzert I
Anton Bruckner: Messe f-Moll
Johannes Brahms: Schicksalslied

Netta Or – Sopran
Marion Eckstein – Alt
Wolfram Wittekind – Tenor
Raimund Nolte – Bass
Aachener Bachverein
Aachener Bachorchester
Georg Hage – Leitung

Kritik der Aachener Nachrichten

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Neuigkeiten

Aachener Bachverein: Johann Sebastian Bach – Johannes-Passion

Freitag, 3. April 2015, 17:00 Uhr, St. Michael, Jesuitenstraße

Johann Sebastian Bach: Johannes-Passion
(in der Fassung von Robert Schumann)

Silke Schwarz – Sopran
Elvira Bill – Alt
Florian Cramer – Tenor
Raimund Nolte – Bass
Aachener Bachverein
Aachener Bachorchester
Georg Hage – Leitung

Kritik der Aachener Zeitung

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Aachener Bachverein: Johann Sebastian Bach – Messe h-Moll

Sonntag, 8. Dezember 2013, 17:00 Uhr, St. Michael, Jesuitenstraße

3. Jubiläumskonzert
Johann Sebastian Bach: Messe h-Moll

Heike Heilmann – Sopran
Marion Eckstein – Alt
Florian Cramer – Tenor
Jens Hamann – Bass
Kammerchor Aachener Bachverein
Aachener Bachorchester
Georg Hage

Kritik der Aachener Nachrichten

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Aachener Bachverein: Ludwig van Beethoven – Missa Solemnis

Donnerstag, 3. Oktober 2013, 17:00 Uhr, Eurogress

2. Jubiläumskonzert
Ludwig van Beethoven: Missa Solemnis

Julia Borchert – Sopran
Marion Eckstein – Alt
Carsten Süß – Tenor
Raimund Nolte – Bass
Ars Cantandi (Einstudierung: Hermann Godland)
Mitglieder der Cappella Aquensis
Aachener Bachverein
Sinfonieorchester Aachen
Georg Hage – Leitung

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Aachener Bachverein: Johann Sebastian Bach – Matthäus-Passion

Freitag, 29. März 2013, 15:00 Uhr, St. Michael, Jesuitenstraße

1. Jubiläumskonzert 2013
Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion

Silke Schwarz – Sopran
Marion Eckstein – Alt
Florian Cramer – Tenor
Manfred Bittner – Bass (Arien)
Rafael Bruck – Bass (Christus)
Aachener Bachverein
Knaben des Aachener Domchors
Aachener Bachorchester
Georg Hage – Leitung

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Campusbahn-Stimme auf ebay zu kaufen

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Keine Scherze mit unserer Demokratie! Dafür haben unsere Vorväter teilweise mit ihrem Leben bezahlt. Das Angebot einer Campusbahn-Stimme auf ebay ist nun wirklich kein Spaß mehr und darüber hinaus auch nach §108b StGB als Wählerbestechung strafbar. Ich kann da echt nur den Kopf schütteln.

Link:
www.ebay.de/itm/Campusbahn-Pro-Stimme-fur-Entscheid-am-10-Marz-2013-in-Aachen-abzugeben-/321085397076
www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/campusbahn-18600-aachener-haben-schon-abgestimmt-1.534176

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Campusbahn: Soll ich’s wirklich machen oder lass ich’s lieber sein?

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Eines ist klar: Am Tag des Ratsbürgerentscheid, Sonntag 10. März 2013, wird die Antwort „Jein“ nicht zur Verfügung stehen. Der Rat der Stadt Aachen hat sich im Dezember mit sehr großer Mehrheit für den Bau einer Stadtbahn in Aachen ausgesprochen und gleichzeitig den Weg frei gemacht für einen sogenannten Ratsbürgerentscheid. Wir Bürger von Aachen von Aachen haben einmalig ein Stückchen von der von uns per Wahl vergeben Macht zurückbekommen und sollen über die Campusbahn entscheiden. Sind Sie für den Bau der Campusbahn? Ja oder Nein!

Nach einer nahezu wahnwitzigen Recherche, endlosen Diskussionen im Internet und anderswo und vielen Gesprächen mit Befürwortern, „Gegnern“, anderen Interessierten und offiziell Verantwortlichen habe ich mich dazu entschlossen mit „JA“ zu stimmen. Denn hinter dem Ratsbürgerentscheid steckt mehr als die simple Frage nach der Einführung einer Stadtbahnlinie. Wir wahlberechtigten Bürger müssen darüber entscheiden welche Richtung Aachens ÖPNV einschlagen soll und wir haben jetzt die Verantwortung uns für die Lösung zu entscheiden, die den Anforderungen Aachens in vielen unterschiedlichen Punkten am ehesten gerecht wird.

Ich möchte kurz die wichtigsten Rahmenbedingungen und Probleme skizzieren:

  1. In Aachen muss der ÖPNV ausgebaut werden.
    Seit beinah drei Jahrzehnten steigen die Fahrgastzahlen in Aachen nahezu ununterbrochen an. Derzeit fahren im Jahr 66 Mio. Menschen mit der ASEAG und das Ende Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Aller Orten liest man vom sich ändernden Mobilitätsverhalten der Menschen vor allen Dingen bei jungen und alten Menschen. Die eine Gruppe plant ganz vorurteilsfrei und sachlich wie sie am besten von A nach B kommt und wählt dann das optimale Verkehrsmittel aus und die andere Gruppe kann irgendwann nicht mehr am Steuer eines Autos sitzen oder kann sich kein Auto mehr leisten.
    Die jetzt schon vorhandenen Kapazitätsengpässe auf den Hauptachsen des Aachener ÖPNV werden sich also aller Voraussicht nach verschärfen und es besteht hier und heute Handlungsbedarf. Leider ist es nicht mit ein paar mehr Bussen getan, da stellenweise bereits so viele Busse unterwegs sind, dass diese sich gegenseitig blockieren. Aachen muss also den nächsten Schritt wagen und ein leistungsfähigeres System einführen.
  2. Umweltschutz – Lärm und Schadstoffe in der InnenstadtDie Auflagen im Bereich Umweltschutz werden Jahr für Jahr schärfer. Die EU gibt immer niedrigere Grenzwerte für Lärm und Schadstoffe vor und zwingt die städtischen Verantwortlichen tätig zu werden. Die Lärmkartierung hat gezeigt, dass der steigende Verkehr in Aachens Straßen immer mehr zu einer Belastung wird. Bei den Luftschadstoffen senkt sich langsam das Ungeheuer „Umweltzone“ über die Stadt und nur mit viel Kreativität konnte die Einführung von schmerzhaften Zwangsmaßnahme, die den Pkw-Verkehr in der Innenstadt reduzieren, verhindert werden. Auch beim Dauerbrenner CO2 kann sich Aachen nicht vor seinem Anteil an der globalen Verantwortung drücken und die Endlichkeit der fossilen Treibstoffe wird uns so oder so zum handeln zwingen.
  3. Stadtentwicklung
    Aachen steht unbestreitbar im Wettbewerb der Städte. Die große Mobilität der Menschen macht sich auch hier bemerkbar, wenn der ein oder andere ohne langes Zögern seine Heimat verlässt und sich nach einem Ort umschaut, der die besten Chancen bietet. Bei so einem Ortswechsel werden natürlich viele Faktoren herangezogen, aber ein Faktor ist sicherlich die Frage, wie einfach ich meinen Mobilitätsbedarf umsetzen kann. Ein guter Nahverkehr kann hier ein entscheidender Punkt sein, wenn er denn eine hohe Qualität aufweist.
  4. Finanzen
    Nichts auf der Welt ist umsonst und so muss auch die Stadt ein Auge aufs Geld haben. Die entscheidende Frage ist aber wofür das Geld ausgegeben wird und wie man seine Prioritäten setzt. Es gibt bestimmte Dinge, die kann man ruhigen Gewissens als Luxuriös bezeichnen, aber eine funktionierende Infrastruktur, und dazu gehört der ÖPNV, muss unbedingt die vorderen Plätze belegen.
  5. Teilhabe und Teilnahme für alle
    Die sozialen Gräben laufen mittlerweile quer durch unsere Gesellschaft – heute noch in der Spitzengruppe und morgen schon bei den Schlusslichtern. Oder man ist von Geburt an nur das fünfte Rad am Wagen. Eine lebenswerte Stadt ist auf den Zusammenhalt seiner Bürger angewiesen und muss dafür Sorge tragen, dass diese sich unabhängig von Stand oder Hintergrund begegnen können. Eine Aufspaltung zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen kann und darf sich Aachen nicht leisten.

Ein leistungsfähiger ÖPNV muss sich mindestens an diesen Punkten messen lassen und die Gremien der Stadt Aachen haben sich in den letzten fünf Jahren intensiv um eine optimale Lösung bemüht. Es wurden 17 verschiedene Verkehrsmittel verglichen, die Vor- und Nachteile abgewogen, die Kosten ermittelt und am Ende stellte sich zur Überraschung so einiger Menschen heraus, dass eine Stadtbahn für Aachen genau die richtige Lösung ist. Ohne Frage mit 4,04 bis 6,36 Mio. € jährlich eine kostspielige Investition, aber alle anderen Alternativen können nicht annähernd so vollständig auf die von mir skizzierten Fragestellungen eine Antwort geben wie ein Stadtbahnsystem.

Ein ausgebautes Busnetz mit eigenen Spuren von Brand bis zur Uniklinik schlägt laut ASEAG auch mit 4,3 Mio. € jährlich zu Buche, hilft weder beim Umweltschutz noch bei der Barrierefreiheit und ist auch sonst nicht sonderlich attraktiv. Busse mit alternativen Antrieben sind ein wichtiger aber teurer Schritt beim Umweltschutz und bieten auch keine Antwort auf die Engpässe im Busbetrieb. Es würden immer noch Fahrgäste an den Haltestellen stehen bleiben müssen und die vollen Busse an sich vorbei ziehen lassen. Bei der Entscheidung muss daher jedem klar sein, dass alle Alternativen viel Geld kosten, sich aber eklatant in der Qualität und der Lösung aller weiteren Probleme in der Aachener Innenstadt unterscheiden. Selbst „nichts tun“ ist kostspielig, da der steigende (vermutlich Auto-)Verkehr gelenkt und aufgefangen werden muss, Zwangsmaßnahmen im Bereich Umwelt verhindert werden müssen und die Stadt mit einem erheblichen Attraktivitätsverlust zu kämpfen hätte.

Für mich ist daher klar, dass eine Stadtbahn den besten Mix aus Investition und Kosten darstellt und mit der sowieso nötigen Basisinfrastruktur auch Steigbügelhalter für die weitere Elektrifizierung des Aachener Verkehrs sein kann. Nicht ohne Grund hat die vorläufige standardisierte Bewertung einen Kosten-Nutzen-Faktor von 1,5 ergeben. D.h. jeder investierte Euro löst 1,5 € volkswirtschaftlichen Nutzen aus und die Differenz kommt direkt der Stadt Aachen und seinen Bürgern zu Gute. Eine neues Verkehrssystem bedeutet natürlich auch Änderungen am bestehenden System, aber bis 2019 ist noch genügend Zeit viele kleine Details zur Zufriedenheit der Mehrheit zu gestalten. Ich hoffe daher, dass sich beim Ratsbürgerentscheid die Mehrheit der Wahlberechtigten für den Bau der Campusbahn ausspricht und damit Aachen zu einem Schritt vorwärts verhilft.

PS: Ein letztes persönliches Wort zu den vergangenen Wochen. Noch nie ist mir Politik im Alltag so Nahe gegangen. Noch nie war ich so nah dabei und hatte die Gelegenheit an vorderster Front mit vielen Menschen zu diskutieren, abzuwägen und ein Votum abzugeben. Der Aufwand, um bei einem Ratsbürgerentscheid eine solide abgesicherte Entscheidung zu treffen, ist enorm und mein Respekt gilt denjenigen, die uns im normalen Alltag auf ehrenamtlicher Basis viele Entscheidungen in den Gremien der Stadt abnehmen. Aber ebenso gilt mein Respekt denjenigen, die in diesen Wochen andere Meinung waren und trotzdem mit offenem Visier über das für und wider dieses Großprojekts diskutiert haben. Einiges hat mich auch im Zusammenhang mit diesem Ratsbürgerentscheid nachdenklich gestimmt. Ist das der beste Weg um uns Bürger besser an politischen Prozessen zu beteiligen (Stichwort: Direkte Demokratie)? Woher stammt diese überbordende Misstrauen gegenüber Politikern und Fachleuten, die ich in den allermeisten Fällen mit Herzblut bei der Sache erlebt habe? Wie steht es um unsere Diskussionskultur? Alles Fragen, die in nicht all zu ferner Zukunft sicherlich einen weiteren Blogeintrag wert sind.

Weitere Informationen:
www.campusbahn-aachen.de – Die Unterlagen der offiziellen Vor-Planung
ratsinfo.aachen.de/bi/allris.net.asp – Das Ratsinformationssystem der Stadt Aachen
bahnfreifuerac.bplaced.net – Aufbereitetes Kartenmaterial zur Campusbahn mit praktischen Funktionen
www.spd-aachen.de/html/31776/welcome/-Campusbahn.html –  Antworten zu den meisten offenen Fragen
frittezang.de/fz007-pro-campusbahn-mit-jan/ – Ausführlicher Podcast mit Tim Becker zur Campusbahn

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Aachener Baumaßnahmen im Kostensoll

Wie WDR und AN/AZ heute übereinstimmend berichten, konnte die Aachener Stadtverwaltung bei der Analyse von 47 großen Baumaßnahmen aus den vergangenen drei Jahren (geplante Kosten 44,368 Mio. €) erfreuliches feststellen. Entgegen der häufig geäußerten Meinung, dass doch bei öffentlichen Projekten eh immer alles teurer wird, konnten die städtischen Mitarbeiter festhalten, dass im Schnitt die geplanten Bauzeiten eingehalten bzw. sogar unterschritten wurden und die Kosten ebenfalls niedriger als geplant ausfielen. Im Bereich Straßenbau unter der Leitung von Regina Poth wurden z.B. die geplanten Bauzeiten um 6% und die geplanten Kosten in Höhe von 20,834 Mio. € um 1,5% unterschritten.

Das sind tolle Ergebnisse, die im Falle eines positiven Bürgerentscheids Mut für die Umsetzung der Aachener Stadtbahn (Campusbahn) machen.

Lokalzeit Aachen im WDR
Bericht der Aachener Nachrichten

Bericht der Aachener Zeitung