Neue Bürgerinitiative: AC=Bahn

In Aachen geht es zur Zeit verkehrspolitisch Rund. Die geplanten Erweiterungen der RWTH machen es nötig die derzeitige Verkehrsinfrastruktur und auch die Verkehrsführung zu überdenken. Hinzu kommt vielleicht auch der Umstand, dass aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage, die Wirtschaftlichkeit von Mobilität neu gedacht wird. Neben den unrühmlichen Szenen in den Online-Foren der Aachener Nachrichten bzw. Zeitung rund um die Verkehrsbelastung auf der Hörn, tut sich doch erstaunliches: Alle politischen Parteien in Aachen scheinen grundsätzlich bereit zu sein über Verkehrsströme auch „abseits“ der Straße nach zu denken. Da passt eine neu gegründete Bürgerinitiative mit dem Namen AC=Bahn sehr gut in die derzeitige Diskussion.
In einem jüngst herausgegebenen Flyer stellt AC=Bahn die aktuellen Herausforderungen (mehr Verkehr, Luftreinhaltung etc.) vor und präsentiert einen Ansatz für eine „Stadt“-Bahn. Es werden ebenso Integrationsmöglichkeiten mit der Euregiobahn angedacht und prominente Beispiele aus anderen Ländern vorgestellt.

Der Flyer findet sich auf der Website der Bürgerinitiative: www.ac-bahn.de

Marcel Philipp wünscht sich eine H-Bahn für Aachen

Das hat man davon, wenn man die CDU einmal lobt. Nachdem die CDU den Grünen hinterhertrottet und vernünftigerweise eine RWTH CampusBahn fordert, kommt jetzt der nächste Paukenschlag. Auf der Website des CDU-Bürgermeisterkandidaten findet sich eine Rubrik neue Verkehrstechnik mit dem Vorschlag fünf H-Bahn-Linien auch durch die Innenstadt zu führen. Die H-Bahn würde die Straßen nicht noch weiter verstopfen und man könnte die Technik-Kompetenz der Stadt herausstellen.
Nun Herr Philipp erklären Sie das bitte mal den Anwohnern der ersten und zweiten Etage, die dann alle fünf bis zehn Minuten einen Einblick in ihr Privatleben geben müssten. Schon die Planungen der Stadt Erlangen in den 70er Jahren haben gezeigt, dass eine H-Bahn auf zwei wesentliche Widerstände im innerstädtischen Bereich stößt:
1. Beeinträchtigung der Privatsphäre (s. oben).
2. Verbauung von Sichtachsen.
Gerade der zweite Punkt ist ein unlösbares Problem der H-Bahn. Der recht wuchtige Träger ist immer im Weg und gerade über Kreuzungen ist ein wahres Gewirr an Trägern nötig, um in alle nötigen Richtungen abbiegen zu können.
Ich bleibe daher dabei: Eine Straßenbahn für Aachen ist sinnvoller. Die kann zur Not auch ohne Oberleitung im Batteriebetrieb Kreuzungen oder andere wertvolle Orte durchfahren (Theater, Elisenbrunnen, …) und man bekommt auch keine Probleme mit der Privatsphäre. Weiterhin muss man keine Treppen hochlaufen oder mit dem Aufzug fahren, um zur Haltestelle zu kommen. Bei der Straßenbahn genügen kleine Rampen und schon kann man einsteigen. Darüberhinaus muss ein letztes Märchen unbedingt verschwinden: Nicht der ÖPNV verstopft die Straßen sondern der Pkw-Verkehr!