Neue Bürgerinitiative: AC=Bahn

In Aachen geht es zur Zeit verkehrspolitisch Rund. Die geplanten Erweiterungen der RWTH machen es nötig die derzeitige Verkehrsinfrastruktur und auch die Verkehrsführung zu überdenken. Hinzu kommt vielleicht auch der Umstand, dass aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage, die Wirtschaftlichkeit von Mobilität neu gedacht wird. Neben den unrühmlichen Szenen in den Online-Foren der Aachener Nachrichten bzw. Zeitung rund um die Verkehrsbelastung auf der Hörn, tut sich doch erstaunliches: Alle politischen Parteien in Aachen scheinen grundsätzlich bereit zu sein über Verkehrsströme auch „abseits“ der Straße nach zu denken. Da passt eine neu gegründete Bürgerinitiative mit dem Namen AC=Bahn sehr gut in die derzeitige Diskussion.
In einem jüngst herausgegebenen Flyer stellt AC=Bahn die aktuellen Herausforderungen (mehr Verkehr, Luftreinhaltung etc.) vor und präsentiert einen Ansatz für eine „Stadt“-Bahn. Es werden ebenso Integrationsmöglichkeiten mit der Euregiobahn angedacht und prominente Beispiele aus anderen Ländern vorgestellt.

Der Flyer findet sich auf der Website der Bürgerinitiative: www.ac-bahn.de

Verkehrskonzept zum RWTH Campus Melaten

Im Ratsinformationssystem der Stadt Aachen findet sich zur Zeit eine Beschlussvorlage auf der Grundlage des Verkehrsgutachtens zum geplanten RWTH Campus Melaten. Die Bezirksvertretungen Aachen-Mitte und Laurensberg und der Verkehrsausschuss dürfen im Laufe des Januars über die Vorschläge der Verwaltung abstimmen.
In weiten Teilen stimmt die Verwaltung den Vorschlägen der Gutachter zu und empfiehlt deren Umsetzung. Der Seffenter Weg soll dagegen zu einer Tempo 30 Zone umgewandelt werden und baulich für den Durchgangsverkehr unattraktiv gemacht werden. Das Gutachten hatte hier keine Verbindung zwischen Seffenter Weg und Campus Melaten vorgesehen. Es bleibt abzuwarten, ob sich die dortigen Anwohner mit dieser Lösung zufrieden geben.
Ein interessanter Punkt findet sich im Bereich ÖPNV. Neben der Sortierung des ÖPNV und der teilweisen Entmischung vom „normalen Verkehr“ (MIV) wird auch die Idee der Campusbahn aufgegriffen. Das Gutachten bringt außer einer traditionellen Straßenbahn eine H-Bahn oder eine Seilbahn ins Spiel. Die Verwaltung der Stadt Aachen hat aber wohl festgestellt, dass so eine Campusbahn nur Sinn macht, wenn sie mit dem restlichen ÖPNV gut verknüpft ist und schlägt in ihrer Beschlussvorlage eine Durchbindung der Campusbahn bis zum Bushof vor. Damit wäre eine H-Bahn wohl nicht möglich, jedoch eine moderne Straßen- bzw. Stadtbahn. Die Verwaltung empfiehlt daher neben einem innovativen System auch ein „konventionelles straßengebundenes Schienenverkehrsmittel in Betracht zu ziehen“.

Die Beschlussvorlage inklusive des Verkehrsgutachtens findet sich im Ratsinformationssystem der Stadt Aachen unter: http://ratsinfo.aachen.de/bi/

RWTH CampusBahn – CDU ist dabei

Wie am 12. November 2008 in den Onlineausgaben der Aachener Nachrichten und der Aachener Zeitung zu lesen war, unterstützt der CDU-OB-Kandidat Marcel Philipp augenscheinlich einen Ratsantrag der Grünen. In diesem Ratsantrag beauftragen die Grünen die Aachener Verwaltung mit einer Machbarkeitsstudie bezüglich einer schienengebundenen Verbindung zwischen dem Klinikum und den RWTH Gebäuden in der Innenstadt. Da hat die interfraktionelle Abstimmung ja schon mal geklappt.
Wie in der Aachener Presse außerdem zu lesen ist, schlägt der CDU-Mann „eine Art Hochbahn“ à la Dortmund vor. Ich fühle mich geschmeichelt. 🙂 Weiterhin soll dieses Light-Rail-System möglichst gut mit der Euregiobahn verknüpft werden. Schön!
Denkt man nun etwas weiter, dann ist gerade der Punkt „Verknüpfung“ so eine Sache. Der Aufbau einer Hochbahn bedeutet immer, dass die Benutzer umsteigen müssen. Denn eine Verlängerung Richtung Außenbezirke oder Innenstadt steht wohl außer Frage, angesichts der optischen Nachteile. Schließlich will sich ja keiner im ersten Stock in die Fenster schauen lassen, wie schon in den Siebzigern in der Stadt Erlangen entschieden wurde. Eine H-Bahn bliebe also eine Insellösung, die auf den Campus begrenzt bliebe.
Folgende Alternative wäre in meinen Augen daher attraktiv: Eine Stadtbahn!
Altgediente Aachener werden sich an eine Initiative „Stadtbahn – jetzt!“ erinnern, die in den 90er-Jahren den Vorschlag unterstützte eine verknüpftes System aus Straßenbahn und Regionalbahn zu schaffen. Diese Bahn könnte nicht nur auf dem Campusgelände, sondern auch in der Innenstadt und den Außenbezirken Aachens fahren. Ein ebensolches System wurde erstmals in Karsruhe realisiert und fand viele erfolgreiche Nachahmer. In letzter Zeit sind hier insbesondere französische Städte sehr aktiv und krempeln ihren ÖPNV um. Diese Bahnen haben nichts mehr mit den rumpelnden und quietschenden Ungetümen zu tun, wie man sie aus grauer Vorzeit noch kennt. Und auch der Fahrkomfort scheint die Fahrgäste zu überzeugen, denn wie die obigen Beispiele gezeigt haben, stieg die Fahrgästenzahl einer Linie bei einer Umstellung von Bus auf Bahn um durchschnittlich 20%.

Ein Citadis 302 am Place de la Bourse
Ein Citadis 302 am Place de la Bourse

Das Beispiel Bordeaux zeigt, dass ein erfolgreiches Stadtbahnsystem sich auch harmonisch in ein schützenswertes, historisches Stadtbild einfügen kann. Gleichzeitig vermindern die elektrisch angetriebenen Fahrzeugen den Schadstoffausstoff in der Innenstadt und ermuntern Autofahrer zum Umsteigen. Angesichts der drohenden Umweltzone in Aachen eine Vorteil, den man meiner Meinung nach nutzen sollte. Schluss wäre dann auch mit der elendigen Schaukelei und Ruckelei in den Gelenkbussen. Manchmal frage ich mich, wie schwächere Leute sich dort eigentlich auf den Beinen oder in den Sitzen halten.

Straßenbahn auf schallschluckendem Rasengleis
Straßenbahn auf schallschluckendem Rasengleis

Eine schnelle Stadtbahn lebt von eigenen Trassen. Das ist sicherlich nicht auf allen Strecken möglich. Schaut man sich aber die Auslastung der AVV Busse im Stadtgebiet an, so liegen diese Strecken größtenteils auf den breiten Hauptverkehrsstraßen. Straßen, die bereits über Busspuren verfügen oder breit genug sind, um Straßenbahnstrecken aufzunehmen. Selbst auf dem schönen Alleenring wäre eine Trennung von Straßenverkehr und Stadtbahn möglich. Ein Rasengleis, wie es das Bild zeigt, passt sich gut dem bestehenden Aussehen an und wirkt darüberhinaus sogar ein wenig schallschluckend.
Außerhalb der Stadt könnte man auf das Netz der DB oder der Euregiobahn zurückgreifen und so z.B. auch die angedachte Stichstrecke über Aachen Nord in Richtung Elisenbrunnen auf elegante Art und Weise realisieren.

Sollte eine RWTH CampusBahn tatsächlich Realität werden, darf man auf eine attraktive Verknüpfung mit dem restlichen ÖPNV nicht verzichten. Egal ob die CampusBahn Anfangspunkt oder Bestandteil eines Gesamtnetzes wird, eine Straßenbahn bzw. Stadtbahn wäre in diesem Zusammenhang die realistische Option.

Angela Merkel an der RWTH

Am Vortag der Karlspreisverleihung besuchte „unsere“ Bundeskanzlerin für einen Vortrags- und Diskussionstermin den Fo1 der RWTH. Trotz Videoübertragung in den Fo2 waren die Reihen bis auf den letzten Platz gefüllt. Ich habe mich mit einigen Schnappschüssen vor der Tür zufrieden gegeben.